31-Jähriger machte in 30 Monaten 216 Mio. Euro – er setzte auf russisches Öl

3. Januar 2026

| Lukas Steinberger

Als der Ölmarkt durch den Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland in Bewegung geriet, sahen manche darin Gewinnmöglichkeiten. Und es gibt tatsächlich solche, die sie genutzt haben. Unter ihnen ein 31-jähriger Deutscher, Christopher Eppinger, der in 30 Monaten seine Einsichten in über 250 Millionen Dollar verwandelte, rund 216 Millionen Euro.

Die Geschichte von Eppinger: Wer er ist und wie er Sanktionen umgangen hat

Seine Geschichte hat er selbst dem Financial Times erzählt. Eppinger wurde im Norden Deutschlands geboren und kam erstmals mit der Energiemarktwelt in Kontakt durch Verbindungen zwischen Kasachstan und Hamburg. Er gründete ein kleines Handelsunternehmen (Ce Energy/Ce Holding): wenige Mitarbeitende, aber viele Beziehungen. Die zentrale Plattform war Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten: ein großer Hafen, wachsende Lagerkapazitäten, ein idealer Ort, um Ölprodukte zu verschieben und – falls nötig – zu mischen. Und während Europa den direkten Import russischer Rohöl-Lieferungen einschränkte, richteten sich dort Teile der globalen Energieströme neu aus.

Der Mechanismus, der das überhaupt möglich machte, war kein Schlupfloch im Sanktionsnetz, sondern eine Regel: der von G7 und der EU vereinbarte Preisdeckel. Das europäische Verbot, russisches Rohöl und Produkte in die EU zu importieren, bleibt bestehen, aber westliche Betreiber dürfen Transport, Versicherung und Vermittlung in Drittstaaten liefern, vorausgesetzt, der Preis der Ware bleibt unter dem Deckel.

So kaufte Eppinger russisches Öl unter dem Preis, der durch den Deckel festgelegt war, und verkaufte Produkte, die nach Zwischenlagerung und Blending in Fujairah mit emiratischen Zertifikaten ankamen. Die Partner entlang der Kette regelten den Rest: der Financial Times zitiert Lieferanten wie Tejarinaft und Mercantile & Maritime oder Uniper in Fujairah und Vitol.

Wie sich Eppingers Leben verändert hat: Millionenvillen, Exzesse und Kunst

Laut dem Financial Times hat Ce Energy zwischen 2022 und 2025 3,3 Millionen Tonnen Öl bewegt, mit Abnehmern wie Nigeria, Bahamas, Spanien. In Brasilien hat man russischen Diesel an Raizen (Joint Venture mit Shell) geliefert. Der Gesamtwert belief sich auf rund 2 Milliarden US-Dollar, mit einer persönlichen Rendite von etwa 10 Prozent. Daraus resultierten die rund 250 Millionen Dollar, die er in zweieinhalb Jahren angehäuft hat.

Sein Leben hat sich verändert: Im Guerite, dem historischen Restaurant auf einer kleinen Insel vor Cannes, prangt eine Tafel: „Christopher Eppinger. Die Legende von La Guerite. 300 Flaschen Cristal, 13. Juni 2024“, wie er dem Financial Times-Journalisten Tom Wilson persönlich zeigte. Dort feierte er seinen dreißigsten Geburtstag mit dreihundert Flaschen Champagner.

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Die Hügelvilla, „Villa Mirta“ (so benannt wie die Großmutter), war einst im Besitz eines Drogenhändlers: Jetzt lässt Eppinger sie für 14 Millionen Euro sanieren. Er hat eine weitere erworben, aber für seine Eltern, für 5 Millionen Euro. Und dann die Kunstsammlungen, begleitet von einer Kuratorin der Gagosian: Er möchte ein Warhol-Hammer-and-Sickle in die Bar hängen, gesteht, den Drang zu haben, ein Caravaggio ins Schlafzimmer zu hängen, und sogar ein goldenes Mosaik von Pierre Mesguich in der Nasszone.

Und wie geht es weiter? Eppinger sagt, er habe nicht vor aufzuhören, er wolle eine Null mehr zum Vermögen hinzufügen und nicht von Dividenden leben. Er hat den Firmennamen geändert, die Firma heißt nun Petrichor, und er behauptet, den Handel mit Russland beendet zu haben. Es ist Zeit, sich neu zu positionieren.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.