Zurück in die Zukunft: Die ersten vierzig Jahre eines filmischen Meilensteins
Vor einige Jahren veröffentlichte das amerikanische Magazin Empire eine Rangliste der 33 besten Film-Trilogien aller Zeiten. Es war eine jener Gelegenheiten, bei denen die Spitzenpositionen so eng beieinander lagen, dass man die Platzierungen ohne Weiteres tauschen könnte — denn nur wenige Kombinationen, insgesamt sechs, hätten im jeweiligen Ranking wirklich einen unumstößlichen Platz geboten.
Auf dem Podium standen damals die „Herr der Ringe“-Trilogie, die klassische „Star Wars“-Saga und eben „Zurück in die Zukunft“. Oder auf Englisch: „Back to the Future“, falls man den Originaltitel bevorzugt.
Bei der Betrachtung der Saga, die von Robert Zemeckis und Bob Gale geschaffen wurde und von Hollywood-Legende Steven Spielberg mitproduziert wurde, fällt eine Bemerkung ins Auge, die ich voll und ganz teile: „Zeigen Sie mir eine Person, die „Zurück in die Zukunft“ nicht mag, und ich zeige Ihnen jemanden, der vom Leben erschöpft ist.“ Diese Aussage fassen viele Fans der Serie voll Zustimmung auf. Bei mir persönlich ist es so: Ich bin generell offen für alles, aber bei „Zurück in die Zukunft“ ziehe ich eine klare Grenze. Um es genauer zu sagen: Ich lebe nach einer eigenen Regel, die mich zwingt, mich fernzuhalten von all jenen, die die Zeitreiseabenteuer von Marty McFly und Doc Brown nicht schätzen.
Ich gehöre zu der Gruppe, die die drei Filme in DVD, Blu-ray und 4K zu Hause besitzt, und bei besonderen Gelegenheit sogar in der Originalkostümierung des Michael J. Fox erscheint, wenn sie zu den Jubiläumsvorführungen eingeladen sind — inklusive Volopattino. Zugegeben, das ist aus der zweiten Filmpart, aber da ich keinen DeLorean habe, muss ich improvisieren.
Mit dieser Trilogie ist es anders als mit den anderen beiden Reihen, die es auf das Empire-Podium geschafft haben: Sie ist und bleibt unverändert. Und so wird sie es auch in Zukunft bleiben — zumindest in der Theorie.
Die anderen Reihen wurden durch Sequels, Prequels, TV-Serien und Spin-offs erweitert, was zu einer Neubewertung der ursprünglichen Geschichten geführt hat. Bei „Zurück in die Zukunft“ besteht die einzige mögliche Neubelegung darin, diese Filme heute, mit modernen Mitteln, noch einmal anzuschauen — die Originalveröffentlichung begann am 3. Juli 1985 in den USA (in Italien war der Kinostart am 18. Oktober desselben Jahres, was passend ist, da Marty McFlys Zeitreise im Film am 26. Oktober 1985 stattfindet).
Seit damals hat die Serie eine Vielzahl von Filmen, Serien und Zeichentrickserien inspiriert. Doch Robert Zemeckis und Bob Gale haben nie die Absicht gezeigt, das Werk weiter auszubauen — abgesehen von einem Musical — und das ist etwas, wofür wir ihnen ewig dankbar sein werden. Sie bleiben die dynamischste Duo im Filmbusiness, noch vor Batman und Robin.
Robert Zemeckis und Bob Gale: Die Macher hinter „Zurück in die Zukunft“
Hollywood ist eine Industrie, die meist von mehreren, oft auch trägen Einheiten geprägt ist. Die Studios in „Tinseltown“ scheuen hohe Risiken, vor allem bei Großproduktionen. Das erklärt, warum in den letzten Jahren so wenige teure Filme entstanden sind, die nicht auf bekannten Marken, Comic-Universen, Videospielen oder Literaturvorlagen basieren — oder Reboots beziehungsweise Legacy-Sequels alter Klassiker darstellen.
Im Fall von „Zurück in die Zukunft“ ist klar, dass bei Universal jemand wäre, der ohne Zögern den Auftrag für eine Neuauflage oder einen Reboot des Franchise genehmigen würde. Glücklicherweise wird das aber voraussichtlich nie geschehen.
Der einfache Grund: Solange Robert Zemeckis und Bob Gale leben, liegt die Entscheidung über das Schicksal der Serie in ihren Händen. Wenn sie einmal nicht mehr sind, bleibt abzuwarten. Bisher haben sie jedoch mehrfach betont, dass sie keinerlei Pläne haben, das Franchise zu erneuern oder fortzusetzen.
Zemeckis, der mir persönlich sofort sympathisch wurde, weil er aus den Markenregionen von Le Marche stammt (seine Mutter Rosa Nespeca wurde in Arquata del Tronto geboren, das durch das schwere Erdbeben 2016 fast vollständig zerstört wurde), gab eine klare Absage: „Es wird niemals, unter keinen Umständen, einen ‚Zurück in die Zukunft 4‘ geben. Es werden keine weiteren Filme der Reihe entstehen.“
„Zurück in die Zukunft“ – So ist es perfekt
Natürlich bezog sich diese Aussage auf eine mögliche Fortsetzung, doch sie verdeutlicht, worauf es den Machern ankommt: Damit ist die Haltung gemeint, mit der 1985 jene unvergessliche filmische Geschichte auf die Leinwand gebracht wurde. Ein Werk, das viele zunächst wohl nur wegen Steven Spielbergs Erfolg mit Filmen wie „Der Weiße Hai“, „E.T.“ oder „Indiana Jones“ gesehen haben, aber das den Durchbruch für Robert Zemeckis bedeutete, der nach dem Erfolg von „The Green Light“ (deutscher Titel: „Auf der Suche nach dem grünen Kristall“) die Chance bekam, einen großen Hit zu landen.
„Zurück in die Zukunft – Teil 1“ enthält bereits alles: die Obsession eines Regisseurs, der sein gesamtes Werk durch das Thema Zeit geprägt hat. Egal, ob es um die Vergänglichkeit, das Aufleben im Vergangenen oder das wörtliche Durchqueren der Zeit geht — ein roter Faden zieht sich durch alle Filme, vom ersten bis zum letzten.
Diese Serie spiegelt auch Zemeckis’ technologischen Innovationsgeist wider: von den praktischen Effekten vor 40 Jahren bis hin zu späterer Einsatz von Künstlicher Intelligenz, um Tom Hanks und Robin Wright in seinem neuesten Film „Here“ jünger erscheinen zu lassen.
Der erste Teil von „Zurück in die Zukunft“ funktioniert in jeder Hinsicht: Präzise Details, grossartige Schauspielkunst, punktgenaue Handlungsführung. Es zeigt, wie leicht es ist, zu vergessen, was es bedeutet hat, jung zu sein — beispielhaft die Szene, in der Martys Mutter im Prolog wild auftritt und trotz ihrer Prüderie früher tatsächlich mit Jungs rummachte, um sogar den eigenen Sohn zu verführen. Die Schauspieler sind durchweg großartig, die Komik perfekt getimt, die Actionszenen exakt abgestimmt.
Und vor allem: „Zurück in die Zukunft“ hat die Zeitreise im Kino zwar nicht erfunden, doch zweifellos die Grundlagen dafür gelegt. Denkt man an Werke wie „Harry Potter und der Gefangene von Azkaban“, „Avengers: Endgame“ oder die Animationsserie „Rick and Morty“, erkennt man deutlich deren tiefe Verbeugung gegenüber dem Film.
Kurz gesagt: Es sind jetzt schon 40 Jahre vergangen, doch „Zurück in die Zukunft“ ist wie ein perfekt laufendes Uhrwerk, das nie eine Sekunde versäumt.