„Weapons“ ist der Horrorfilm, der auch jenen gefällt, die Horrorfilme sonst nicht mögen
Der lang erwartete neue Horrorfilm „Weapons“ kommt am Mittwoch, dem 6. August, in die österreichischen Kinos. Ein Film, den man gesehen haben sollte, der Spannung und Nervenkitzel des Horror-Mystery-Genres mit beißendem Humor verbindet, der vor allem im zweiten Teil der Geschichte aufblüht. Regisseur Zach Cregger, der zuvor Barbarian inszenierte, setzt Josh Brolin in der Rolle von Archer ein, einem Vater, der seinen auf rätselhafte Weise verschwundenen Sohn sucht, und Julia Garner, die die Lehrerin der Klasse spielt, in der alle Kinder verschwinden und deshalb unter Anklage gestellt wird. Alden Ehrenreich übernimmt die Rolle des Polizisten Paul, Austin Abrams spielt Jake, Benedict Wong den Schulleiter Mark und Amy Madigan die Gladys.
Weapons, la trama
In einer ruhigen Provinzstadt der USA verschwindet eine gesamte Grundschulklasse. Siebenzehn Kinder stehen mitten in der Nacht auf, erreichen um 2:17 Uhr die Haustür, öffnen sie und laufen in die Nacht. Von ihnen bleibt keine Spur. Die Handlung setzt sich in den Tagen nach diesem traumatischen Ereignis fort. In der Klasse von Lehrerin Justine Gandy bleibt nur ein Schüler übrig, der introvertierte Alex. Die Lehrerin wird sofort von den Eltern, angeführt von Archer, beschuldigt, der an jenem Abend seinen kleinen Sohn Matthew verloren hat und seither von der Wiederauffindung besessen ist. Justine entpuppt sich als Frau mit einer komplizierten Vergangenheit und der Bereitschaft zu entschlossenen, kühnen Initiativen; sie beginnt eigenständig zu ermitteln. Ihre Nachforschungen führen sie mehrfach zu dem Haus, in dem der kleine Alex wohnt, das von außen undurchdringlich wirkt. Auch Archer, überzeugt davon, dass Justine irgendwie für das Verschwinden der Kinder verantwortlich ist, beginnt eigene Nachforschungen. Im kleinen Ort häufen sich beunruhigende Ereignisse und betreffen Personen aus ihrem Umfeld: einen Polizisten, den Schulleiter, einen jugendlichen Ausreißer. Schließlich erkennen beide, dass sie dasselbe suchen, und bündeln ihre Kräfte, um einer erschreckenden Wahrheit auf die Spur zu kommen.
Weapons, il regista: „L’ho scritto dopo la morte di un amico“
Weapons: eine dunkle, komplexe Fabel, durchzogen von Sarkasmus
„Weapons“ ist wirklich ein Film, den man nicht verpassen sollte, und man muss kein Herz für Horror haben, um ihn zu schätzen, denn er vereint so viele Elemente in einer Mischung, die deutlich mehr ist als ein klassischer Genre-Beitrag. Es handelt sich um ein Werk, das zwar eine dunkle Geschichte erzählt, teils mysteriös ist und das Publikum immer wieder schockt, aber gleichzeitig eine Fülle von Referenzen, Untertönen, narrativen Feinheiten und einen Humor bereithält, der die intensivere zweite Hälfte der Erzählung noch seltsameren und kraftvolleren wirken lässt.
Es gibt 17 Kinder, die in der dunklen Nacht verschwinden, gelenkt von einer dunklen Anziehungskraft; auf der anderen Seite steht eine mysteriöse und grausame Marionettenspielerin, offensichtlich auf der Suche nach reinen Seelen. Eine kleine Provinzgemeinschaft, in der Gerede und Verdächtigungen sich rasch verbreiten und auf die Außenseiterin zusteuern, die mit ihrem unkonformen Leben zweifellos viel zu verbergen hat. Es gibt gute Menschen, angesehene Mitglieder der Gesellschaft in einflussreichen Positionen, die plötzlich alle verrückt werden, und dann gibt es ein Haus – sinnbildlich «ein Haus im Wald» –, zu dem alle Spuren und Hinweise der Suchenden führen.
Klassische Elemente düsterer Märchen, gemischt mit der Poesie des ruhigen provinziellen Lebens, in dem das grausamste Übel still und verborgen agiert. Und das ist noch nicht alles, denn in dieser fesselnden, beunruhigenden und verschlungenen Geschichte kommt irgendwann das Element, das die Karten neu mischt: die Bizarrerie und der Sarkasmus; ein beißender Humor, der im Finale buchstäblich alles Vorhergehende auslöscht und in einem Konflikt endet, der auch als Generationenkonflikt gelesen werden kann.
Ein überraschender Film, der es schafft, zugleich unheimlich und unterhaltsam zu sein. Nicht verpassen.
Voto: 7,5
undefined