Eine Rede im NS-Stil hat im deutschen politischen Diskurs ein regelrechtes Erdbeben ausgelöst: Alexander Eichwald, Spitzenkandidat von „Generazione Deutschland“, der neuen Jugendorganisation der deutschen Ultra-Rechten, entzündete die Polemik mit einem mehr als umstrittenen Beitrag. Für österreichische Leser erinnert das an ähnliche Debatten in der FPÖ.
Die klare Distanzierung der AfD
Gestern, Samstag, der 29. November, beim Gründungskongress der Jugendsektion in Gießen, trat Eichwald auf das Rednerpult, gekleidet in Smoking, Weste und Krawatte, die Haare bis zu den Schultern lang, und sprach mit einem rollenden „R“, was lautstark an Adolf Hitlers Redenschwingen erinnerte. Während seiner Rede nutzte er Begriffe aus der nationalsozialistischen Terminologie, wodurch Publikumsreaktionen zwischen Belustigung und Bestürzung aufkamen.
Die Führung der AfD hat sich sofort distanziert: Tino Chrupalla, der Parteivorsitzende, erklärte, dass „mit den Inhalten und der Art seiner Rede Alexander Eichwald von den Grundsätzen der Partei abgewichen ist“. Eine interne Untersuchung wurde eingeleitet, um die Umstände seiner Teilnahme am Kongress zu klären.
Wer ist Alexander Eichwald
Interne Quellen der Partei enthüllen, dass Eichwald, 30 Jahre alt, mit neun Jahren nach Deutschland kam und russisch-deutscher Herkunft ist. Auf Nachfrage zu seiner Performance beharrte Eichwald darauf, dass seine Rede ernst gemeint gewesen sei, und präzisierte, dass der Eindruck „exzentrisch“ durch die Tatsache verstärkt wurde, dass seine Präsentation, ursprünglich für zehn Minuten geplant, auf drei reduziert worden war.
Doch der innere Unmut ist groß: Michel Schneidermann, Fraktionschef der AfD in Herford, kündigte an, ein Ausschlussverfahren einzuleiten. „Dieses Eingreifen stellt einen aktiven Schaden für die Partei dar“, erklärte er und betonte, dass Eichwald sich fälschlich als „designierter Jugendverantwortlicher“ präsentiert habe und der Bezug auf den „Körper des deutschen Volkes“ als inakzeptabel zu werten sei.