PFAS, Pestizide, Arzneimittel und Mikroplastik landen auf der schwarzen Liste der Schadstoffe

25. September 2025

| Lukas Steinberger

Die Europäische Union macht einen Schritt nach vorn im Kampf gegen die Verschmutzung des Wassers. Das Europäische Parlament und der Rat haben eine vorläufige Einigung erzielt, um die Qualitätsstandards zu aktualisieren und die Liste der als Schadstoffe eingestuften chemischen Substanzen zu erweitern – ein Paket, das zur Ambition des Green Deal gehört, die Verschmutzung auf null zu reduzieren.

Zum ersten Mal finden sich offiziell auf den Listen:

  • PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen), die sogenannten „ewigen Chemikalien“, schwer abzubauen und bereits Gegenstand zahlreicher Kontaminationsfälle. Dazu gehört auch die Trifluoracetessäure (TFA).
  • hochverbräuchliche Arzneimittel mit bedeutenden Umwelteffekten, wie Diclofenac und Ibuprofen.
  • Industrielle Substanzen, insbesondere Bisphenol-A, ein bekannter endokriner Störstoff.
  • Pestizide und ihre Metaboliten, darunter das umstrittene Glyphosat.

Verschmutztes Wasser: Die Karte der Wasserhähne, aus denen PFAS – die ewigen Schadstoffe – austreten

Gleichzeitig plant Europa eine Kontrollliste, mit der potenziell gefährliche Substanzen überwacht werden sollen, die künftig aufgenommen werden könnten. Dazu gehören Mikroplastik sowie Indikatoren für antimikrobielle Resistenz, bis zuverlässige und tragfähige Analysemethoden entwickelt sind.

Die Aktualisierung betrifft sowohl Grund- als auch Oberflächengewässer (Flüsse, Seen und Becken) und erweitert die bestehenden Standards deutlich. Das Ziel ist zweifach: Zum einen soll der Schutz der Ökosysteme verbessert werden, zum anderen sollen die Gesundheitsrisiken durch den Konsum von verunreinigtem Wasser reduziert werden.

Überwachung und Verantwortung

Der erzielte Kompromiss führt auch Folgendes ein:

  • ein möglicher gemeinsamer Überwachungsmechanismus auf EU-Ebene, um die Kosten für die einzelnen Mitgliedstaaten zu senken;
  • die Bewertung einer erweiterten Verantwortlichkeit der Hersteller der Schadstoffe, die in Zukunft möglicherweise zu den Kosten der Überwachung herangezogen werden könnten.

Auf Druck des Parlaments müssen die Mitgliedstaaten den Bürgerinnen und Bürgern sowie NGOs die Möglichkeit geben, Rechtswege zu beschreiten, um Verstöße gegen Umweltbestimmungen anzufechten, im Einklang mit der Aarhus-Konvention.

„Europa steht vor einer Wasserkrise, geprägt von Dürren, Überschwemmungen und chemischer Verschmutzung, die unsere Ressourcen zunehmend belasten“, erklärte der Berichterstatter Javi López (S&D, Spanien). „Mit dieser Vereinbarung aktualisieren wir die Standards für Schadstoffe, integrieren neue Substanzen und stärken die Überwachung: Es ist ein entscheidender Schritt zu saubereren Gewässern und zum Schutz der menschlichen Gesundheit.“

Nächste Schritte

Der vorläufige Deal wird nun dem Rat und anschließend dem Parlament zur endgültigen Zustimmung in zweiter Lesung vorgelegt.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.