Der deutsche Verteidigungsminister, Boris Pistorius, hat heute, am Mittwoch, dem 24. September, die Überfliegung einer Fregatte der deutschen Marine über der Ostsee durch ein russisches Militärflugzeug als klare Provokation gegenüber Deutschland und den anderen NATO-Mitgliedstaaten bezeichnet.
Die Erklärung: „Putin zielt auf die Schwächen der NATO“
Im Bundestag betonte der sozialdemokratische Minister, dass Russland seine Schritte gegen das Bündnis zunehmend häufiger und intensiver teste. „Putin will uns provozieren, er will die NATO-Mitgliedstaaten provozieren und die angeblichen Schwächen des Bündnisses identifizieren, um sie zu seinem Vorteil auszunutzen“, sagte Pistorius und bezeichnete diese Schritte als „einen strategischen Fehler des russischen Führers“.
Der Minister erinnerte außerdem daran, wie die NATO auf die russischen Provokationen mit „klarer Einheit und Entschlossenheit, aber auch mit dem notwendigen Sinn für Vernunft, insbesondere in diesen Zeiten“ reagiert habe.
Die Diskussion im Bundestag betraf auch den Verteidigungshaushalt für 2026, der ordentliche Ausgaben in Höhe von 82,69 Milliarden Euro vorsieht, zu denen weitere 25,51 Milliarden aus dem Sonderfonds zur Modernisierung des Bundesheeres hinzukommen. Für 2025 beläuft sich der ordentliche Haushalt auf 62,43 Milliarden Euro, zu denen 24,06 Milliarden aus demselben Sonderfonds kommen.
Die Eskalation der Provokationen im Baltikum
Und der Vorfall ist nur der jüngste in einer Reihe von Provokationen der letzten Tage. In Polen und Estland haben russische Militärflugzeuge und Drohnen den Luftraum verletzt, was bei den lokalen Behörden Alarm ausgelöst hat, während der Einsatz von Drohnen am Flughafen Kopenhagen am 22. September zur Schließung des Flughafens führte, auch wenn hier eine russische Beteiligung bislang nicht offiziell nachgewiesen wurde. Einige Mitgliedstaaten haben Artikel 4 des Nordatlantikvertrags herangezogen, der Konsultationen bei Bedrohung der territorialen Sicherheit vorsieht.
Die Vorfälle haben die NATO dazu veranlasst, Maßnahmen der kollektiven Verteidigung zu aktivieren, die Luftpatrouillen und die maritime Wachsamkeit im Baltikum zu verstärken. Nach Ansicht vieler Analysten dienen diese Provokationen dazu, die Reflexe der Allianz zu testen und mögliche Verwundbarkeiten zu identifizieren, belasten jedoch zugleich den Zusammenhalt der Mitgliedstaaten und die Stabilität der Region.