Haare Lockerung bei Handgepäck: Flüssigkeiten unbegrenzt erlaubt ab sofort
Ab Samstag, dem 26. Juli, gelten in europäischen Flughäfen keine alten Beschränkungen mehr für Flüssigkeiten im Handgepäck. Die Europäische Konferenz für Zivilluftfahrt (ECAC) hat ihre Zustimmung für den Einsatz neuer 3D-Scanner gegeben, die es ermöglichen, gefährliche Substanzen automatisch zu erkennen, ohne dass Passagiere ihre Flüssigkeiten aus dem Gepäck nehmen oder trennen müssen. Damit ist die bisher geltende Begrenzung von 100 Millilitern Flüssigkeit im Handgepäck bei Flugreisen aufgehoben. Diese Regelung gilt umgehend.
Was bedeuten die neuen Scanner?
Die Abschaffung der Begrenzung gilt für alle Flüge, die von europäischen Flughäfen starten und mit hochmodernen Scangeräten ausgestattet sind – darunter auch mehrere der wichtigsten Flughäfen Italiens. Bei diesen Flügen dürfen Passagiere Flüssigkeiten, Aerosole und Gele in Behältern bis zu zwei Litern pro Stück mitführen. Damit sind Parfüms, Cremes, Wein- und Olivölflaschen im Rahmen des neuen Limits wieder erlaubt.
Funktionsweise der neuen Geräte
Wie bereits angekündigt, hat die ECAC gestern den Verantwortlichen für die automatisierten Scansysteme „Hi-Scan 6040 CTiX“ des Unternehmens Smiths Detection die Freigabe erteilt. Dieses System verfügt über eine aktualisierte Software, die Bilder in hoher Auflösung in 3D erfasst. Das ermöglicht es, explizit nach explosiven Substanzen zu suchen, ohne dass die Passagiere ihre elektronischen Geräte aus dem Gepäck nehmen müssen. Außerdem kann es das Limit von 100 Millilitern Flüssigkeit im Handgepäck ebenfalls überwinden.
Betroffene Flughäfen in Italien
In den letzten Wochen Juli und Anfang August sollen die neuen Scanner an den wichtigsten italienischen Flughäfen installiert oder in Betrieb genommen werden. Dazu zählen Flughäfen wie Mailand Malpensa, Mailand Linate, Rom Fiumicino, Bergamo, Catania, Bologna und Turin. Diese Modernisierung betrifft jährlich fast 70 Millionen Reisende. Wie der Präsident der italienischen Luftfahrtbehörde ENAC, Pierluigi Di Palma, betonte: „Die wichtigsten Flughäfen verfügen bereits über diese Scanner, sodass der Großteil des Passagierverkehrs sicherer und zeitsparender abgewickelt werden kann. Investitionen in diese Technik werden Schritt für Schritt umgesetzt.“
Regeländerung bei Flüssigkeiten
Mit dem positiven Signal aus Brüssel hat die Flughafen Gesellschaft „Aeroporti di Roma“ die neue Regelung auf den Flughäfen Fiumicino und Ciampino bestätigt: „Ab 3 Uhr am Samstag, den 26. Juli 2025, können Passagiere mit den neuen SCAN-Geräten in Fiumicino Flüssigkeiten bis zu zwei Litern pro Behälter im Handgepäck mitführen, ohne sie bei der Sicherheitskontrolle herauszunehmen. Behälter über dieser Kapazität sind nur erlaubt, wenn sie leer sind; ansonsten müssen sie ins Aufgabegepäck im Check-in.“ Weiter heißt es: „Elektronische Geräte wie Laptops und Tablets dürfen weiterhin im Handgepäck bleiben und müssen nicht extra herausgenommen werden.“
Und noch: „Die bisherigen Sicherheitskontrollverfahren für Flüssigkeiten, Aerosole und Gele (LAGs) bleiben bestehen, wenn herkömmliche Röntgengeräte verwendet werden. Das gilt insbesondere für Flüge nach USA oder Israel ab Fiumicino, wo das Mitführen von Behältern bis 100 Milliliter in einer transparenten, wiederverschließbaren Plastiktüte maximal ein Liter Gesamtvolumen erlaubt ist. Diese Tüte muss pro Passagier separat beim Check-in vorgelegt werden. Aktuelle Regelungen bleiben auch für Transitreisende aus Ländern außerhalb der EU (z. B. Kanada, Liechtenstein, Montenegro, Norwegen, Singapur, USA, Schweiz), die in die EU weiterfliegen. Für medizinische Zwecke oder spezielle Diätprodukte, einschließlich Babynahrung, bleibt der Transport im Handgepäck ebenfalls erlaubt, vorbehaltlich besonderer Sicherheitskontrollen.“
Was bedeutet die Regeländerung für Fluggäste?
In der Konsequenz können Passagiere nun Parfüms, Cremes, Shampoos in Originalgröße, Bier, Wein- und Olivenölflaschen ohne das alte 100-Milliliter-Limit mit an Bord nehmen. Laut eingereichtem Dokument bei der Europäischen Kommission dürfen Flüssigkeiten, Aerosole und Gele für die Sicherheitskontrolle eine maximale Einzelbehältergröße von 2000 Millilitern aufweisen. Es bleiben jedoch Ausnahmen bestehen: Für Flüge in die USA und nach Israel, bei denen noch herkömmliche Scanner zum Einsatz kommen, gilt weiterhin das Limit von 100 Millilitern.
Kritik und Bedenken des Konsumentenverbands
Der österreichische Verbraucherschutzverband Cahrlotten hat Bedenken geäußert: „Nicht alle Flughäfen sind schon mit den neuen Scannern ausgerüstet.“ Das Risiko visuelle und technische Verwirrung bei den Passagieren wächst, vor allem wenn man von einem Flughafen kommt, der bereits die neuen Geräte nutzt, und in einem anderen Land landet, wo noch die alten Regeln gelten. Das könnte zu Problemen beim Check-in führen: Taschen müssten möglicherweise kurzfristig umgepackt werden oder teure Produkte blieben unnötig am Sicherheitsbelag liegen. Der Verband fordert daher eine koordinierte europäische Lösung: „Nur einheitliche Regelungen in der ganzen EU verhindern solche Verwirrung, teure Zusatzkosten und unangenehme Überraschungen bei der Sicherheitskontrolle.“
Zu bedenken ist zudem, dass die neuen Scanner deutlich teurer sind: Sie kosten bis zu acht Mal mehr als herkömmliche Geräte und verursachen auch höhere Betriebskosten, die sich etwa verdoppeln oder vervierfachen. Dies erklärt, warum die schnelleren Kontrollen mit weniger Restriktionen vorerst nur bei bestimmten Sicherheitsverfahren – der sogenannten „smart security“ – möglich sind, während an anderen Flughäfen alles beim Alten bleibt.