Klimagipfel COP29: 300 Milliarden Euro jährlich für arme Länder in Österreichs Fokus

7. August 2025

| Lukas Steinberger

Friedliche Einigung bei COP29 in Baku: Mehr Unterstützung für die ärmsten Länder

In der Hauptstadt Azerbaijans ist am Rande des jährlichen Klimagipfels eine bedeutende Vereinbarung erzielt worden. Internationale Verhandler haben sich auf eine Erhöhung der finanziellen Hilfen für Entwicklungsländer geeinigt, die in den kommenden zehn Jahren jährlich rund 300 Milliarden US-Dollar betragen sollen. Das Ergebnis wurde nach längeren Verhandlungen und einem vertraulichen Austausch zunächst auf einer Website der Vereinten Nationen veröffentlicht. Die endgültige Abmachung sieht vor, dass die industrialisierten Staaten mindestens bis 2035 jährlich diese Summe bereitstellen, um ärmere Länder beim Umgang mit den katastrophalen Folgen des Klimawandels zu unterstützen.

Vor der formellen Abstimmung wird der finale Text in einer öffentlichen Sitzung diskutiert, was das Ende zweier Wochen intensiver Verhandlungen bei der UN-Klimakonferenz in Baku markieren soll. Das Abkommen stellt einen Meilenstein im internationalen Klimaschutz dar und ist das Ergebnis eines langen Ringen um faire und wirksame Finanzierungsmechanismen.

Biden: „Ein historischer Meilenstein, niemand kann die grüne Revolution aufhalten“

Der amerikanische Präsident Joe Biden zeigte sich nach den Verhandlungsentscheidungen äußerst optimistisch. In einer ersten Reaktion betonte er die Bedeutung dieses Durchbruchs: „Dank des unermüdlichen Einsatzes einer engagierten US-Delegation ist eine weitere historische Vereinbarung erreicht worden. In Baku haben die Vereinigten Staaten die Welt vor die Wahl gestellt: Entweder lassen wir vulnerable Gemeinschaften niemals im Stich bei immer gravierenderen Klimakatastrophen, oder wir treten gemeinsam vor, um eine sichere und nachhaltige Zukunft für alle aufzubauen.“

Biden unterstrich, dass die USA eine ehrgeizige internationale Finanzierungsstrategie bis 2035 anstreben, um den Mobilisierungsprozess für den globalen Klimaschutz zu beschleunigen. „Dies wird helfen, die Mittel aus unterschiedlichsten Quellen zu bündeln, um Entwicklungsländer bei ihrer Umstellung auf saubere und nachhaltige Wirtschaftssysteme zu unterstützen. Gleichzeitig schafft es neue Marktchancen für Elektrofahrzeuge, Batterien und weitere Produkte amerikanischer Herkunft“, fügte er hinzu.

Der US-Präsident zeigte sich zuversichtlich, dass die nationale Anstrengung der Vereinigten Staaten in den kommenden Jahren weitergeht. „Dank des Gesetzentwurfs ‚Inflation Reduction Act‘, den wir durchgesetzt haben, wird der Kampf gegen den Klimawandel zu einem dauerhaften Teil unserer Politik. Während andere möglicherweise versuchen, die laufende Energiewende zu verzögern oder zu blockieren, kann niemand die fundamentale Bewegung für saubere Energie aufhalten.“

„Ich gratuliere allen Beteiligten und der Präsidentschaft der COP29 zu diesem Erfolg. Obwohl noch viel Arbeit vor uns liegt, bringen wir unsere Klimaziele mit diesem Ergebnis deutlich näher. Im Namen der amerikanischen Bevölkerung und künftiger Generationen müssen wir diesen Kurs fortsetzen, um unseren Planeten sauberer, sicherer und lebenswerter zu gestalten“, so Biden abschließend.

EU: „Ein neuer Abschnitt in der Klimafinanzierung“

Die Europäische Union begrüßte die Einigung bei der COP29 als bedeutenden Schritt in Richtung einer „neuen Ära“ in der Klimafinanzierung, speziell für die ärmsten Länder. Dies sei ein entscheidender Fortschritt im Kampf gegen die globale Erwärmung. Wopke Hoekstra, der europäische Kommissar für den Bereich Klimaschutz, erklärte: „Die COP29 wird als Beginn einer neuen Ära der Klimafinanzierung in Erinnerung bleiben.“

Nach der Vereinbarung, die die jährliche Unterstützung für Entwicklungsländer auf rund 300 Milliarden US-Dollar im kommenden Jahrzehnt festsetzt, betonte Hoekstra: „Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten werden eine führende Rolle in diesem Prozess einnehmen. Wir haben aktiv mit allen Beteiligten zusammengearbeitet, um die finanziellen Mittel erheblich zu erhöhen.“ Er hob hervor, dass das Ziel von 100 Milliarden US-Dollar, das bisher als weltweiter Richtwert gilt, nunmehr mehr als verdreifacht wurde. Diese Zielsetzung sei ambitioniert, aber notwendig, realistisch und machbar.

Die EU macht deutlich, dass sie ihre Rolle in den kommenden Jahren verstärkt wahrnehmen wird, um die globalen Klimaziele zu erreichen und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Damit steigt die Hoffnung, dass die internationale Gemeinschaft gemeinsam den Weg zu einer klimafreundlichen Zukunft beschreitet und die finanziellen Ressourcen signifikant ausgebaut werden.

Insgesamt markieren die Ergebnisse der COP29 in Baku einen wichtigen Meilenstein in der globalen Klimapolitik, mit klaren Signalen an die internationale Gemeinschaft, dass finanzielle Unterstützung für die Erhaltung unseres Planeten künftig noch stärker im Fokus stehen wird.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.