Meloni trifft Macron: Straße von Hormus wieder öffnen – Rolle der europäischen Zerstörer

21. April 2026

| Lukas Steinberger

Die Konferenz zur Seeschifffahrt in der Straße von Hormus beginnt um 14 Uhr. Das Treffen der „Bereitwilligen“ Europas wird im Élysée-Palast in Paris abgehalten. Die Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wird in Präsenz den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, den britischen Premierminister Keir Starmer und den deutschen Kanzler Friedrich Merz treffen. Die Führungsfiguren werden die Gespräche im Videokontakt mit ihren Amtskollegen fortführen; es geht darum, wie und wann im Persischen Golf eingegriffen werden könnte, um die Handelsroute zu öffnen.

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Die Position Deutschlands

Der deutsche Kanzler Friedrich Merz hat die Rolle Deutschlands unterstrichen. Berlin sei bereit, zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus beizutragen, aber unter den richtigen Bedingungen. Insbesondere betonte Merz, bedürfe dies eines internationalen Mandats, neben einer Regierungserklärung in Deutschland und einem Mandat des Bundestages.“Wir sind noch weit davon entfernt. Wir werden weiter darüber diskutieren und, falls nötig, eine Entscheidung treffen“, so Merz.

Regierungsquellen deuteten an, dass Deutschland möglicherweise mit Minenräumschiffen des Typs MJ332 oder mit Aufklärungsschiffen teilnehmen könnte. Zu diesem Zweck könnte auch eine logistische Marinestützpunktbasis in Djibouti in Ostafrika verwendet werden.

Die Einsatzregeln

Präsident Macron wird mit dem Premierminister Starmer zum Mittagessen zusammentreffen und danach Meloni und Merz treffen. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Vier zu einer Art Vor-Verteidigungsrunde treffen, um eine gemeinsame Linie zu erarbeiten, die den anderen Ländern, die sich per Videokonnektivität anschließen, vorgelegt wird. Der Élysée hat vorab erklärt, dass die Mission, falls sie von den „Bereitwilligen“ unterstützt werde, rein defensiv sei. Der Einsatz würde somit erst erfolgen, nachdem der Konflikt eingefroren ist.

„Es existieren Kapazitäten, Begleit- und Unterstützungsdienste mit voller Rückendeckung – also natürlich keinerlei offensive Absicht – zu Schiffen bereitzustellen, um eine sichere Passage durch die Straße zu gewährleisten; das ist Gegenstand der heutigen Debatte in Paris“, erklärte die Verteidigungsministerin Catherine Vautrin im französischen Fernsehsender TF1. Vautrin ergänzte außerdem, dass europäische Länder wie Belgien, die Niederlande und Frankreich über Minenräumfähigkeiten verfügen, die dazu beitragen könnten, die Passage durch die Straße von Hormus sicherzustellen.

Zu klären bleibt, welche Rolle Italien spielen wird. Unser Land verfügt über mehrere Minensuch-Einheiten, die in vergangenen riskanten Einsätzen bereits interveniert haben.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.