Margaret Atwood: Neues Buch – Die Lebensgeschichte und ihr literarisches Panorama

30. März 2026

| Lukas Steinberger

85 Jahre alt – im November werden es 86 sein – ist eine bedeutsame Etappe, um eine erste Bilanz des eigenen Lebens zu ziehen. So geht Margaret Atwood vor, eine der größten und gefeiertsten Gegenwartsautorinnen und Dichterinnen, in Le nostre vite (‚Book of Lives. Eine Art Memoiren‘ als Originaltitel), Memoiren, die weltweit zeitgleich am 4. November 2025 erscheinen. In Italien veröffentlicht Ponte alle Grazie die neueste Arbeit der kanadischen Erzählerin.

Die Autorin erzählt von ihrer Lebensgeschichte, von Begegnungen, ihrer Weltsicht und bietet einen bislang unveröffentlichten Blick auf ihr kreatives Universum, der Leserinnen und Leser auf eine Feier von Leben und Kunst mitnimmt. Aufgewachsen mit wissenschaftlich orientierten Eltern – der Vater Entomologe, die Mutter Ernährungswissenschaftlerin – verbrachte Atwood den Großteil ihrer Kindheit in den Wäldern Québecs. Ihre Kindheit war frei und nomadisch, gelegentlich einsam, doch zugleich aufregend und wunderschön.

Aus diesem unkonventionellen Anfang entwickelt Atwood die Geschichte ihres Lebens, verknüpft zentrale Momente mit den Büchern, die ihr literarisches Panorama – und das ihrer Leserinnen und Leser – geprägt haben: vom grausamen Jahr, das Occhio di gatto hervorgebracht hat, bis hin zum Orwell’schen Berlin der Achtzigerjahre, in dem Il racconto dell’Ancella entstanden ist. Zwischen den Seiten finden sich fantastische Begegnungen, das Leben mit dem charismatischen Ehemann Graeme Gibson und bedeutende politische Wendepunkte. Und dann gibt es Dichter, Bären, Hollywood-Schauspielerinnen und große Protagonistinnen des 20. Jahrhunderts. Während man mit ihr durch den Verlauf ihres Daseins reist, wird dem Leser immer deutlicher, wie ihr Schreiben funktioniert, welche Verbindungen zwischen Leben und Kunst bestehen und wie der Geist einer herausragenden Intellektuellen und Schriftstellerin arbeitet.

Die Autorin

Margaret Atwood gehört zu den bedeutendsten Stimmen der kanadischen Prosa und Poesie. Als Absolventin der Harvard University begann sie früh zu schreiben und debütierte im Alter von neunzehn Jahren. Sie hat Romane, Erzählungen, Gedichtbände, Kinderbücher und Essays veröffentlicht. Mehrfach für den Nobelpreis für Literatur nominiert, gewann sie 2000 den Booker Prize für L’assassino cieco. Zu ihren wichtigsten Werken zählen L’altra Grace (2008), Il racconto dell’Ancella (2017), Il canto di Penelope (2018), I testamenti (Gewinner des Booker Prize 2019), La donna da mangiare (2020), Lesioni personali (2021), Vecchi bambini perduti nel bosco (2023).

Die Titelseite

Le nostre vite von Margaret Atwood

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.