Eine inszenierte Fälschung eines Attentats auf den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán mit dem Ziel, den Wahlkampf von der wirtschaftlichen Ebene auf die emotionale Ebene zu verschieben, indem man Sicherheit und Stabilität in den Vordergrund stellt. Das ist der Vorschlag, den der ausländische Geheimdienst Moskaus, der SVR, auf den Tisch gelegt haben soll, um den engsten Verbündeten Wladimir Putins in Europa zu begünstigen.
Das enthüllt eine Recherche der Washington Post, die einige Dokumente analysiert hat, welche eine ausgeklügelte Strategie des russischen Geheimdienstes zur Unterstützung Orbáns und zur Schwächung seiner Gegner aufzeigen.
Die Pläne des russischen Geheimdienstes für Orbán
Abgesehen von dem extremen Szenario des inszenierten Attentats scheinen Einflussaktivitäten bereits auf mehreren Ebenen operativ zu sein. Nach Quellen, die von der amerikanischen Zeitung zitiert werden, hätten russische Beamte in Budapest Desinformationskampagnen koordiniert und lokale Medien sowie regierungsnahe Journalisten eingebunden.
Die ungarische Wahl am 12. April entwickelt sich demnach zu einem entscheidenden Wendepunkt, nicht nur für die Innenpolitik Budapests, sondern auch für das Gleichgewicht zwischen Europa und Russland. Im Mittelpunkt steht die Zukunft von Premierminister Viktor Orbán, der seit 2010 an der Macht ist und innerhalb der Europäischen Union ein unverkennbarer Moskau-Alliierter bleibt.
Sein jüngstes Veto gegen das neue EU-Hilfspaket für die Ukraine hat erneut seine Rolle als bevorzugter Ansprechpartner des Kremls bestätigt. Dennoch zeigen verschiedene Umfragen, dass die lange Amtszeit des konservativen Führers dem Ende nahe sein könnte.
Moskau fürchtet die Opposition gegen Orbán
Die von Péter Magyar angeführte Opposition scheint im Vorteil zu sein und baut ihre Kampagne auf Themen wie Rechtsstaatlichkeit und dem Verfall demokratischer Institutionen auf. Ein Kontext, der durch die Entscheidung der Europäischen Union, Teile der Mittel für Ungarn aufgrund der demokratischen Herausforderungen des Landes zu suspendieren, noch heikler wird und konkrete Auswirkungen auf Wirtschaft und öffentliche Meinung hat.
In diesem Umfeld kommt laut einer Recherche der Washington Post das Engagement der russischen Geheimdienste ins Spiel. Trotz dieser Offensive zeigen die Umfragewerte weiterhin einen Vorsprung der Opposition, in einigen Fällen schätzungsweise rund zehn Prozentpunkte.
Ein Vorsprung, der innerhalb der Regierung Besorgnis auslöst und der, so Beobachter und ehemalige Beamte der ungarischen Dienste, dazu führen könnte, dass sowohl Budapest als auch Moskau die Bemühungen verstärken, einen Führungswechsel zu verhindern. Für den Kreml ist Ungarn tatsächlich viel mehr als ein bloßer Partner: Es ist ein fundamentales Stück seiner Einflussnahme im Herzen Europas.