Die Macht der Memes. Die Brille, die Emmanuel Macron beim Weltwirtschaftsforum in Davos trug, ist rasch ausverkauft. Es handelt sich um das Modell Pacific S01 des französischen Labels Henry Jullien, das von der italienischen iVision Tech kontrolliert wird. Auf der offiziellen Website des Unternehmens heißt es: „Aufgrund der hohen Sichtbarkeit des Modells Pacific von Henry Jullien, getragen von Präsident Emmanuel Macron beim Davoser Weltwirtschaftsforum, erhält der eShop eine außergewöhnliche Anzahl von Besuchen und Anfragen. Um allen einen stabilen und sicheren Zugang zu gewährleisten, haben wir diese offizielle temporäre Seite eingerichtet, die dem Kauf des Modells gewidmet ist.“
Dieses Modell kostet 659 Euro. Es handelt sich also um eine Brille der gehobenen Preisklasse.
Das Problem mit Macrons rechtem Auge
Der französische Präsident trug sie, um sein gerötetes und geschwollenes rechtes Auge zu verbergen, verursacht durch eine Bindehautblutung – also der Riss eines Blutgefäßes. Die Bilder gingen weltweit viral und haben viele Memes hervorgebracht.
Macron beim Weltwirtschaftsforum in Davos





Schon einige Tage zuvor war Macron mit denselben Brillen bei einem Besuch der in Istres stationierten Streitkräfte im Süden Frankreichs gesehen worden. „Betrachten Sie es einfach als eine unfreiwillige Anspielung auf Eye of the Tiger“, sagte er scherzhaft und bezog sich dabei auf den Soundtrack des Films Rocky III. „Für diejenigen, die die Anspielung verstehen, ist es ein Zeichen der Entschlossenheit.“
Wer produziert die Brillen, die Macron trägt?
Henry Jullien gefertigt Brillen seit über hundert Jahren. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Lons-le-Saunier, Frankreich, in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Im Jahr 2023 wurde die Marke von iVision Tech S.p.A gekauft, „eine Exzellenz des ‚manufacturing made in Italy‘ im Bereich der Brillenherstellung“, heißt es auf der Website. Die iVision Tech hat ihren Firmensitz in Mailand und ein Werk von über 5.000 Quadratmetern in Martignacco, in der Provinz Udine.
Das Team des Élysée-Palasts soll 2024 Henry Jullien kontaktiert haben, mit der Absicht, zwei Paare Pacific S01 Double Gold zu erwerben, von denen eines als Geschenk für den G20-Gipfel gedacht war und ein zweites Paar für den Präsidenten. Offenbar habe Macron ausdrücklich Brillen aus Frankreich verlangt.
„Es war kein Tag wie jeder andere“
Vor ein paar Tagen erhielt der Geschäftsführer von iVision Tech, Stefano Fulchir, einen unerwarteten Anruf von französischen Optikern: „Der Präsident Macron trägt unsere Brillen.“ Die Website des Unternehmens ging sofort aufgrund des enormen Zugriffs offline. „Es war kein Tag wie jeder andere“, sagte Fulchir dem Guardian. „Meine erste Reaktion lässt sich mit drei Buchstaben zusammenfassen: wow! Ich bin stolz, dass der Präsident unsere Brillen trägt.“ Natürlich ist der Preis nicht für jede Geldbörse geeignet. Aber laut Fulchir handelt es sich nicht um normale Brillen, sondern um ein Luxusprodukt, das nach zwei Jahren nicht kaputtgeht und lange getragen werden kann. Es ist eine Investition, wie Schmuck oder eine Uhr.
<!-- /body -->
</div>
Lukas Steinberger