Nachdem er die Koalition der Willigen zur Unterstützung Kiews ins Leben gerufen hat, geht Emmanuel Macron direkt zur Sache. Er weiß, dass es notwendig ist, direkt mit Wladimir Putin zu sprechen, um das Ende des Krieges in der Ukraine herbeizuführen.
Macron: „Es ist nützlich, wieder mit Putin zu sprechen“
Der Mann am Élysée, wie viele europäische Führer, hat eine beobachtende Rolle in den Verhandlungen gespielt, die die USA mit Russland führten, und erkennbar den geringen Vertrauensvorsprung der US-Administration gegenüber Brüssel festgestellt. So übernimmt Macron eine neue Aufgabe, um die schwache europäische Position zu rehabilitieren. Der französische Präsident will den Dialog mit dem Kremlführer wieder öffnen, weil es für ihn und die Europäer «wieder nützlich» wäre, mit Putin zu sprechen. Am Ende des Europäischen Rates – der einen 90-Milliarden-Europakredit an die Ukraine beschlossen hat, ohne russische Vermögenswerte zu nutzen – erinnerte Macron daran, dass das diplomatische Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Russland die Europäische Union in eine Zwickmühle bringt. „Ich sehe, dass jemand mit Vladimir Putin spricht“, sagte Macron und bezog sich dabei insbesondere auf den amerikanischen Präsidenten Donald Trump. „Also denke ich, dass wir Europäer und Ukrainer daran interessiert sind, den Rahmen zu finden, um diese Diskussion in der richtigen Form wiederaufzunehmen. Andernfalls würden wir untereinander mit den Verhandlungen sprechen, die allein mit den Russen verhandeln würden, was nicht optimal ist.“
Macrons Zweifel an Zelenski: „Die USA könnten die Ukraine verraten“
Die Gesandten Trumps führen derzeit eine Reihe getrennter Gespräche, einerseits mit Moskau, andererseits mit den Ukrainern und den Europäern, in der Hoffnung, eine Einigung zu erzielen. „Es läuft ein Zyklus. Entweder erreicht man einen soliden und dauerhaften Frieden, mit den notwendigen Garantien, was fantastisch wäre, und dann setzt man sich an den Verhandlungstisch“, ließ der französische Präsident anklingen.
Der Druck von Trump auf Kiew
Macron will demnach die Lücke schließen, indem er sich als Ansprechpartner für Moskau positioniert. Eine Lücke, die derzeit vom US-Führer abgedeckt wird und Kiew unter Druck setzt. Die Ukraine wird aufgefordert, einen Plan zu akzeptieren, der sie im Wesentlichen des Donbass berauben würde. Die territoriale Frage ist das Haupthindernis, wenn man die Ukraine betrachtet, die Sicherheitsgarantien für ein mögliches Nachkriegs-Szenario fordert – und offenbar in der Lage ist, sie zu erhalten. „Ich hoffe, die Ukraine bewegt sich zügig. Russland ist dort, aber jedes Mal, wenn die Ukraine zu lange zögert, ändern die Russen ihre Position“. Trump sieht das Kriegsende weiterhin als nahe, doch die Verhandlungen scheinen noch nicht allzu weit von der Zielgeraden entfernt.