Das Venetien bestätigt seine führende Position in der Europäischen Union im Bereich der Digitalisierung. Das Bundesland setzt sich aktiv dafür ein, die Bürgerinnen und Bürger zu informieren und ihre digitalen Kompetenzen zu stärken, um den Zugang zu öffentlichen und privaten Dienstleistungen zu erleichtern. Im Mittelpunkt stand dies bei der Veranstaltung „Digitale Kompetenzen stärken: Verantwortungsvollen Bürgerinnen und Bürgern sowie Regionen helfen“, die in der Regionalverwaltung von Venetien in Brüssel stattgefunden hat. Der Tag bot außerdem die Gelegenheit, das komplett in Venetien entwickelte Projekt der „Innovationslaboratorien und digitalen Beratungsstellen“ vorzustellen.
Erfolgreiche digitale Beratungsstellen seit 2019
„Diese Beratungsstellen wurden im Jahr 2019 mit Fördermitteln der Regionalregierung gegründet und später durch den Rahmenplan für nachhaltige Entwicklung (PNRR) weiterfinanziert“, erklärte Manola Tegon, Projektleiterin der Innovation Labs und Digital Facilitation Centers in Venetien, am Rande der Veranstaltung. „Beteiligt waren 14 Gemeinden aus der Region. Es handelt sich um echte Beratungsstellen, sowohl in physischer Form als auch digital, die die digitale Bildung der Bürger fördern.“
Laut Tegon koordinieren diese Zentren kleinere Anlaufstellen, in denen Bürgerinnen und Bürger Hilfe bei digitalen Themen, der Nutzung von SPID, der Handhabung des elektronischen Personalausweises und ähnlichem erhalten können.
Der Blick auf den Fortschritt in der digitalen Verwaltung
„Bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und der Unternehmen wird oftmals die technologische Seite in den Vordergrund gestellt, während die Bedeutung des Humanfonds meist vernachlässigt wird“, führte Luca De Pietro, Leiter der ICT-Strategie und der digitalen Agenda der Region Venetien, aus. „Statistiken der Europäischen Union zeigen leider, dass Italien bei der Verbreitung digitaler Kompetenzen nur den drittletzten Platz im gesamten EU-Binnenraum einnimmt.“
Er betonte weiter: „Solche Veranstaltungen helfen uns zu verstehen, wie sich die Regionen der EU in Richtung digitaler Inklusion bewegen – damit die Bürgerinnen und Bürger besser über die Chancen von Künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit und andere digitale Innovationen informiert sind.“ Als Beispiel für erfolgreiche europäische Initiativen wurde die Erfahrung der spanischen Region Kastilien-León vorgestellt. Diese arbeitet an einem Projekt, das dem in Venetien entwickelten Modell sehr ähnlich ist und in ihrem Gebiet umgesetzt wird.
Wichtige Aspekte der digitalen Inklusion in Europa
„Gerade in einer Zeit, in der die Bevölkerung Europas zunehmend älter wird, ist es essenziell, dass digitale Kompetenzen für alle zugänglich sind – unabhängig vom Alter sowie vom Wohnort in urbanen und ländlichen Gebieten“, unterstrich Antonio Ibáñez Pascual, Generaldirektor für Telekommunikation und digitale Verwaltung in Kastilien-León.
Seine Ausführungen verdeutlichen die Bedeutung, digitale Bildung breit zu fördern und Barrieren abzubauen, um die digitale Gesellschaft für alle Menschen verständlich und nutzbar zu machen. Das Ziel ist es, den Zugang zu Informationen und digitalen Dienstleistungen in einer immer vernetzteren Welt zu verbessern, damit niemand zurückbleibt, egal ob jung oder alt, Stadt- oder Landbewohner.