Der Abschied von der historischen und jahrhundertelangen Neutralität. Die Furcht vor einem Krieg zwischen Russland und jenen Ländern, die unter dem Nato-Dach stehen, treibt auch die Schweiz in eine Aufrüstungsspirale.
Frühzeitige Überarbeitung der Strategie für die nationale Verteidigung
Bern hat am 12. Dezember eine historische Entscheidung getroffen und den außenpolitischen Kurs umgekehrt, den die Eidgenossenschaft seit 1815 verfolgt. Das internationale Umfeld, geprägt vom Krieg zwischen der Ukraine und Russland, wirkt sich auch auf die Pläne der Schweizer Konföderation aus, die den Kauf von F-35-Kampfflugzeugen aus den Vereinigten Staaten ankündigt und eine neue ‚Strategie zur Sicherheits- und Verteidigungspolitik‘ verabschieden will, wie Verteidigungsminister Martin Pfister erläuterte.
Frühzeitig in die kommende Zeit vorausgehend, bereitet Bern vor, seine nationale Sicherheits- und Verteidigungspolitik vorzeitig anzupassen. In der Regel aktualisiert die Schweiz alle fünf Jahre ihre Verteidigungsstrategie: Das zuletzt erstellte Dokument stammt aus dem Jahr 2021 und wurde im September 2022 im Licht des Krieges in der Ukraine ergänzt. Nun muss das Schweizer Verteidigungsministerium bis Ende Januar 2026 einen neuen strategischen Plan vorlegen, der die Sicherheit des Landes stärkt.
Auf der Liste: neue Luftverteidigungssysteme und F-35
Die Konsultationen werden eine allgemeine Leitlinie für das gesamte Verteidigungskomplex der Eidgenossenschaft festlegen, einschließlich der Organisation des Militärs und der Beschaffung von Waffensystemen (mit dem Kauf von Patriot- und IRIS-T SLM-Systemen sowie der Erweiterung der Luftstreitkräfte), betreffen aber auch die Zivilgesellschaft, die Wirtschaft und die akademische Welt.
Der Bundesrat hat bekannt gegeben, dass er eine Truppenstärke von 55–70 modernen Kampfflugzeugen anstreben will, um die Verteidigung des Landes gegen einen bewaffneten Angriff so effektiv wie möglich sicherzustellen. Diese mögliche Erhöhung der Luftwaffenstärke fällt in die Absicht, die geplante Anzahl von 36 Kampfflugzeugen zu erreichen.
Der Bundesrat hat die Notwendigkeit anerkannt, die Sicherheit und Verteidigung der Eidgenossenschaft weiter priorisiert zu stärken, wodurch die Verteidigungsausgaben bis 2032 auf 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ansteigen sollen. Die Schweiz ist an strikte Regeln gebunden, um ihre Neutralität in bewaffneten Konflikten zu wahren, doch das gegenwärtige Umfeld zunehmender Unsicherheit auf dem europäischen Kontinent drängt Bern dazu, diese Neutralität als potenzielle Verwundbarkeit für die eigene Sicherheit zu betrachten.