„Alien: Planet Erde“: eine Science-Fiction-Serie, die fasziniert und zum Nachdenken anregt
Die Alien-Saga weitet sich aus und tut dies mit einer neuen Fernsehserie, „Alien: Planet Erde“, die ab dem 13. August auf Disney+ startet, mit den ersten beiden Episoden und danach wöchentlich einer weiteren. Es handelt sich um eine achtteilige Erzählung, betreut vom Emmy-prämierten Noah Hawley, die ihren festen Platz im Sci‑Fi-Universum findet, das Ridley Scott 1979 aus der Feder gezaubert hat.
Genau zu Beginn der 80er-Jahre hatte der britische Regisseur jenes Werk geschaffen, das zu einem der Meisterwerke des Sci‑Fi‑Terrors werden sollte und das Publikum weltweit mit seinem faszinierenden, zugleich furchterregenden Xenomorphen verzauberte – einer außerirdischen Kreatur, entworfen vom Schweizer Künstler H.R. Giger und technisch umgesetzt vom Italiener Carlo Rambaldi – derselbe Name hinter dem Außerirdischen aus E.T. – der dank dieses „Monsters“ 1980 einen Oscar für die besten Spezialeffekte erhielt.
Vom Symbol des Horrors zur Pop-Ikone hat der Xenomorph Alien so einiges durchlebt und kehrt in der Serie „Alien: Planet Erde“ erneut zurück, um erneut Schrecken zu verbreiten. Sie entführt uns in eine imaginäre Zukunft, in der außerirdische Lebensformen mit einer Menschheit kollidieren, die immer gieriger, niederträchtiger und bestrebt ist, den Tod zu besiegen und die Welt zu beherrschen.
Alien: Planet Erde, die Handlung
Bevor wir euch verraten, wie uns die heiß erwartete Serie „Alien: Planet Erde“ gefallen hat – deren erste Episoden wir vorab sehen durften – richten wir den Blick auf die Geschichte, die sie erzählt.
Wir befinden uns im Jahr 2120. Die Erde wird von fünf Konzernen regiert: Prodigy, Weyland-Yutani, Lynch, Dynamic und Threshold. In dieser Ära leben Cyborgs (Menschen mit sowohl biologischen als auch künstlichen Teilen) und Synthetiker ( humanoide Roboter mit künstlicher Intelligenz) nebeneinander. Doch die Spielregeln ändern sich, als der junge Wunderknabe, Gründer und CEO der Prodigy Corporation, einen neuen technologischen Fortschritt enthüllt: Hybride ( humanoide Roboter mit menschlichem Bewusstsein).
Der erste Prototyp eines Hybrids, genannt „Wendy“, markiert eine neue Morgendämmerung in dem Wettlauf um die Unsterblichkeit.
“Alien: Planet Erde”, viel mehr als eine Horrorgeschichte und furchterregende Monster
Was „Alien: Planet Erde“ sehr gut gelingt, ist es, sich behutsam und respektvoll in die legendäre Saga einzufügen, zu der es gehört. Die Anleihen an den ersten Alien-Film sind deutlich, und es ist offensichtlich, dass Noah Hawley den Wunsch hegt, die Welt, die er erweitern wollte, anzureichern, ohne sie zu verdrängen. Und das ist definitiv lobenswert.
Auch wenn sie sich am Original orientiert, zeigt diese Serie doch eine eigene Persönlichkeit, die sich perfekt an die Zeit anpasst, über die sie erzählt, und die sowohl ihre Grenzen, Widersprüche, Stärken als auch Schwächen sichtbar macht. „Alien: Planet Erde“ versucht, uns eine mögliche Zukunft der Menschheit zu zeigen, mit einer Erzählung, die aktuell, tiefgründig und intensiv ist und sowohl universelle Themen wie Unsterblichkeit, Angst vor dem Anderen, Macht und Technologie als auch die Charaktere, ihre Emotionen, ihre Bindungen und ihre Entscheidungen in den Mittelpunkt stellt.
Darüber hinaus beweist diese neue „Alien“-Serie dank hervorragender Regie, Drehbuch, Bildsprache und Spezialeffekte, dass sie nicht nur eine angenehm zu betrachtende Serie ist, sondern eine wirklich vielschichtige Welt, in die man Geist und Herz eintauchen kann.
Während der gesamten Erzählung stellt das Publikum sich immer wieder existenziellen Fragen wie: „Was bedeutet es, menschlich zu sein?“, „Sind Menschen wirklich besser als Maschinen?“, „Ist das, was wir gewöhnlich als Böse bezeichnen, wirklich das Böse?“ Und Antworten auf diese Fragen zu finden, wird zu einem integralen Bestandteil der Serie selbst.
„Alien: Planet Erde“ regt uns ständig dazu an, darüber nachzudenken, und schafft das, indem es geschickt zwischen Actionszenen, in denen die Geschichte vorankommt, und ruhigen Momenten wechselt, in denen die Handlung innehalten muss, um den Figuren und ihren Reflexionen Raum zu geben.
Es wurde wirklich hervorragende Arbeit mit dieser Serie geleistet. Eine Saga wurde modernisiert, ohne die zentralen, ikonischen Bestandteile zu verraten. Die Horrornatur der Erzählung bleibt vorhanden, mit einem gehörigen Fokus auf die Monster – immer zahlreicher und immer realistischer und furchterregender – aber der Fokus liegt viel stärker auf dem Menschlichen, auf dem philosophischen, politischen und moralischen Aspekt der Geschichte sowie auf eine ganzheitliche Unterhaltung, die Spaß macht und vor allem etwas zurücklässt.
Bislang hat diese Serie uns nicht enttäuscht, und wir sind zuversichtlich, dass sie es auch am Ende nicht tun wird.
Bewertung: 7,5