Chinesische Auto-Kolosse erobern den Kontinent. Die Namen, einst exotisch, kennen wir inzwischen alle: Leapmotor, Byd, Omoda, Xpeng, Dongfeng, Jaecoo, ganz zu schweigen von europäischen Marken wie Volvo und MG, die heute auf Mandarin kommunizieren. Die chinesischen Hersteller drängen mit Preisen auf den Markt, die europäische Hersteller nicht erreichen können. Und die von der EU verhängten Zölle reichen nicht mehr aus, um den Drachen vor der Tür zu halten. Sehen wir uns an, welche Modelle Peking ins Spiel bringt, um den Markt des alten Kontinents zu erobern.
Die Xpeng L03
In München, der Heimat von BMW, hat Xpeng den neuen L03 vorgestellt, ein 4,65 Meter langer SUV-Coupé, der mit dem Anspruch angetreten ist, das Tesla Model Y im Segment D zu verdrängen.
Die Basisausstattung mit einem 245-PS-Elektromotor und einer 58 kWh Batterie startet bei 34.990 Euro. Auch in einer Hybridversion mit Reev-Technologie erhältlich, verspricht sie eine fortschrittliche Softwareausstattung und Innenraumverkleidung, die zu 72% aus weichen Materialien besteht.
Leapmotor
Unter den aggressivsten Marken ist Leapmotor, die kürzlich den B05 vorgestellt hat, einen C-Segment-Crossover, der in der Einstiegsversion bei 26.900 Euro liegt, aber zum Marktstart mit Inzahlungnahme oder Verschrottung bei 22.900 Euro angeboten wird. Das Basismodell hat eine Batterie von 56,2 kWh und eine WLTP-Reichweite von 401 km.

Der Hersteller gibt an, dass die Ladezeit von 30% auf 80% 16 Minuten beträgt und laut dem EV-database-Portal 295 km Autobahn bei 110 km/h (bei gemäßigten Temperaturen) ermöglichen.
Die Leapmotor-Reihe kann auch einen neuen B-SUV umfassen, der nach Europa kommt, um Renault 4 E-Tech, Kia EV2 und die Volkswagen ID. Polo und ID.Cross herauszufordern. Die neueste B03X wird in zwei Batteriekapazitäten angeboten, 39,8 kWh und 53 kWh.

Die Basiskomponente kostet 24.900 Euro, sinkt aber bei Inzahlungnahme oder Verschrottung auf 19.900 Euro; mit großer Batterie steigt der Preis auf 27.400 Euro. In der Zwischenzeit freut sich die Marke über den Erfolg des kleinen T03, einer Elektro-Stadtkarre für 18.900 Euro, und denkt groß dank des Joint Ventures mit Stellantis, das ihr ermöglicht, den Einfluss der Zölle durch die europäischen Werke des Konzerns zu mindern.
BYD Dolphin Surf: Der Elektrowagen, der weniger als 20.000 Euro kostet
Man kann chinesische Hersteller nicht erwähnen, ohne BYD zu nennen, den weltweit führenden Hersteller von Elektrofahrzeugen. In Italien behauptet sich die Marke vor allem mit der Dolphin, einer Citycar der Segment A-B, die 2026 knapp Tesla Model 3 verkauft hat. Die Surf-Version wird mit Batterien von 30 kWh und 43,2 kWh angeboten.

Es ist kein Auto für lange Reisen, aber der Einstiegspreis ist sehr aggressiv: 19.790 Euro für das Modell ‚Active‘ und 23.290 Euro für die ‚Boost‘ mit mehr Reichweite.
Von Geely ein Auto, das Premium-Feeling vermittelt
Eine weitere Marke, die man im Blick behalten sollte, ist Geely, der in Hangzhou ansässige Gigant, der die schwedischen Marken Volvo und Polestar kontrolliert. In Europa setzt Geely stark auf die EX5, einen 4,61 Meter langen Elektro-SUV mit einer 60,2 kWh Batterie, WLTP-Reichweite rund 430 km und Schnellladung 30-80% in ca. 20 Minuten. Das Interieur ist luxuriös, aber der Preis beginnt bei 38.900 Euro.

Jaecoo, MG und Hybride
Der Drachenhersteller zielt nicht nur auf 100% elektrisch, sondern drängt auch in Familien-SUV der Mittelklasse mit Hybridtechnologie vor. Ein Beispiel ist der Jaecoo 7 SHS, ein Premium-SUV von 4,50 Metern mit elektrifizierter Antriebstechnik und einem Einstiegspreis von 31.900 Euro.
Wenn man von Hybriden spricht, darf MG Motor nicht fehlen, eine traditionsreiche britische Marke, die seit 2007 unter dem Dach des chinesischen SAIC steht. Der MG3 Hybrid+ gehört zur Klasse B, hat 195 PS, und der Listenpreis beginnt bei 16.990 Euro. Auf der elektrischen Seite hat MG kürzlich den MG4 Urban eingeführt, einen 4,40 Meter langen SUV mit einem Kofferraumvolumen von 577 Litern und Batterien von 42,8 kWh und 53,9 kWh.

Zum Zeitpunkt des Schreibens kostet die Basisausstattung 21.990 Euro bar und 19.490 Euro, wenn man Finanzierung wählt.
Die Zölle greifen nur teilweise
Immer aggressivere Preislisten und Modelle, die darauf abzielen, den europäischen Geschmack zu treffen. Und zum Glück (für die europäischen Gruppen) gibt es Zölle. Neben der standardmäßigen Zolltarif von 10%, der bereits auf jedes importierte Fahrzeug anfällt, hat die EU im Jahr 2024 zusätzlich Zölle nur auf Elektroautos eingeführt, und die chinesische Regierung der Anwendung unfairer Maßnahmen beschuldigt.
Die Sätze variieren je nach Hersteller. Insgesamt muss BYD 27% mehr pro Elektroauto zahlen, das nach Europa exportiert wird, also 10% Standardtarif plus weitere 17%. Der schwerste Schlag traf SAIC, das insgesamt 45,3% Zölle auf jedes Elektroauto zahlt, während Geely 28,8% zahlt und andere Hersteller um die 30% liegen. Wenn die Listen so aussehen wie Brüssels Super-Tarife, versuchen Sie mal, ohne sie auszukommen.
Die Zölle wirken, aber sie könnten nicht ausreichen. Der Anteil der BEV, die in China produziert und in der EU verkauft werden, ist von 22% im Jahr 2024 auf 17% im Jahr 2026 gesunken (Daten ‚Transport & Environment‘), während der SAIC-Konzern die Exporte rein elektrischer Autos halbiert hat. Klarstellend: Der Rückgang traf vor allem westliche Hersteller wie Tesla, BMW und Volvo, die die Produktion nach Europa verlagert haben.
Darüber hinaus beschleunigen die Tarife die Verlagerung: Es wurden 10 neue chinesische Werke in Europa angekündigt, um lokal zu montieren und so Steuern zu vermeiden. Die chinesischen Marken haben ihre Anstrengungen auf Plug-in-Hybride verlagert, von 3% auf 13% Marktanteil. Doch nun scheinen die Zeiten reif, die Herausforderung auch bei BEV anzunehmen.