Zigarette am Grab des unbekannten Soldaten anzünden

17. August 2025

| Lukas Steinberger

Ein bislang unbekannter Mann zündete sich eine Zigarette an, und zwar mit der Flamme am Grab des unbekannten Soldaten, das in Paris unter dem Arc de Triomphe steht. Ein Video, das sofort viral ging, zeigt, wie der Mann die Absperrungen überwindet und ungestört das Denkmal, das den im Ersten Weltkrieg Gefallenen gewidmet ist, nach Belieben benutzt.

Das Video

Nach Informationen der französischen Zeitung Le Figaro wurde das Video von einer lettischen Touristin am Montag, dem 4. August, kurz vor 21 Uhr aufgenommen und erstmals auf der sozialen Plattform TikTok veröffentlicht. „Es schien weder betrunken noch unter Drogeneinfluss zu stehen. Im Gegenteil, er war augenfällig sich dessen bewusst, was er tat, und stolz darauf, es getan zu haben“, sagte die Frau, die sich als Verfasserin des Videos der französischen Zeitung vorstellt.

Die Kontroversen

Die Aufnahmen haben im Heimatland zu heftigen Debatten geführt. „Dieser Mann zündet die Zigarette am Grab des unbekannten Soldaten an… Das macht mich wütend! Diese Geste befleckt das Andenken an unsere Soldaten, die für unsere Freiheit ihr Blut vergossen haben. Und ringsum? Schweigen, Gelegenheitsvergehen. Niemand regt sich auf. Aber in welchem Land leben wir? Respektiert unsere Toten“, schreibt Matthieu Valet, Abgeordneter und Sprecher der französischen Rechtsaußenpartei Rassemblement National, auf X.

Das Grab wurde am 11. November 1920 unter dem Arc de Triomphe platziert, um der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten Frankreichs zu gedenken. Die Ewige Flamme wurde erstmals am 11. November 1923 von André Maginot, dem Kriegs- und Pensionenminister, angezündet, als der Präsident Alexandre Millerand im Amt war.

Die Ermittlungen

Die Ministerin mit Zuständigkeit für Gedächtnis und Veteranen, Patricia Mirallès, kündigte die Einleitung rechtlicher Schritte gegen den Mann an, der „eine Respektlosigkeit gegenüber dem Gedächtnis der für Frankreich Gefallenen begangen hat“ habe.

Der Artikel 225-17 des französischen Strafgesetzbuches sieht vor, dass „die Verletzung oder Entweihung, mit welchem Mittel auch immer, von Grabstätten, Beisetzungen, Aschenurnen oder Denkmälern, die den Verstorbenen gewidmet sind“ mit einem Jahr Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 15.000 Euro geahndet wird.

 

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.