Zehn, Hundert, Tausend – Pino Strabioli. Doch Rai hält ihn bedauerlicherweise am Rand fest
Immer wieder wurde er als Nachfolger von Paolo Limiti bezeichnet. Und wie dieser verfügt Pino Strabioli über eine leichte, spritzige und unbeschwerte Seite, die sich gut mit der ernsten, ruhigen und kultivierten Facette abwechselt, die wir kennen. Ein doppelter Register, das viele erkannt hatten – wahrscheinlich alle, nachdem sie „The Unknown“ gesehen hatten.
Das Programm, das so unterschätzt wurde, dass es ein ganzes Jahr in der Mottenkiste lag, bevor es von Rai 2 in einer eher lässigen Form ausgestrahlt wurde, erweist sich nun als Überraschung – sowohl in Bezug auf die Dynamik des Formats als auch auf die Profile der Kandidaten, die auf den ersten Blick unscheinbar und von zweiter Reihe wirken, es aber verstehen, dem Plot Tempo und Substanz zu geben.
Der Mann, der sich am deutlichsten hervortut, ist genau Strabioli, der als erklärter Sündenbock galt, es aber geschafft hat, eindeutige Grenzen in Möglichkeiten der Neuerfindung zu verwandeln, mit unverwechselbaren, beinahe tierisch-harten Momenten, die Costanza Caracciolo immer wieder verärgert haben.
Und so hat sich aus dem auf dem Papier vielleicht langweiligsten und pedantischsten Kandidaten der Truppe doch die wahre Treibstoffquelle des Formats entpuppt.
„The Unknown“ hat vor allem den Vorteil, Strabiolis verborgenste Seite zu enthüllen. Der in den Marken geborene Moderator wurde leider oft und gerne von Rai als Reserve verwendet; der aus den Marken stammende Moderator hat es verstanden, Muster zu durchbrechen, das Publikum zu überraschen und auch eine zynische Seite zu bieten, die in bestimmten Kontexten nicht von Nachteil ist.
Dass Strabioli auch eine innere verrückte Seele in sich trägt, ist unter anderem Geppi Cucciari bewusst, der ihn wiederholt in „Splendida Cornice“ für amüsante Einlagen eingeladen hat. Doch das sind Blitze, Ausnahmen, verglichen mit einer Regel, die den Autor am Rand hält und ihn mehr als Lückenfüller einsetzt.
Strabioli ist der sichere Griff, wenn in einem Talk die geschichtliche Erinnerung fehlt, wenn bei „Domenica In“ Teo Mammucari ausfällt, wenn Morgan einen Gegenpart braucht, der seine Übertreibungen ausgleicht.
Strabioli verdient hingegen Licht, volle Aufmerksamkeit allein für sich. Und in einem Sommer, der sich darauf vorbereitet, die Türen zu weiteren Wiederholungen zu öffnen, wäre seine Stimme in einem Nachmittags-Format, das sich von der Chronik um Garlasco abhebt, von unschätzbarem Wert gewesen.
Der künstlerische Sohn Paolo Polis, der in Leopardi’s „A Silvia“ die Aufnahmeprüfung an der Silvio D’Amico Dramatischen Akademie simulierte (die Prüfung bestand er nicht), ist Strabioli in „The Unknown“ – genau das, was wir bisher hier und da nur gestreift haben, der Plot-Twist, der einen unerwartet trifft. Kurz gesagt, er ist genau das, was uns zustehen würde. Und das Staatsfernsehen hält ihn schuld am Rand.