Der Name des eigenen Bluetooth-Geräts ist wichtig, besonders wenn man sich an Bord eines Flugzeugs befindet. Bereits eine auffällige Bezeichnung kann die Sicherheit von Passagieren und Besatzung gefährden. Das geschah auf einem United-Airlines-Flug, der vom internationalen Flughafen Newark-Liberty in New Jersey abflog und nach Palma de Mallorca in Spanien flug, bei dem ein Bluetooth-Gerät mit der Bezeichnung „bomba“ die Antiterrorprotokolle auslöste und für erhebliche Unannehmlichkeiten sorgte.
Das Bluetooth „bomba“: Was geschah an Bord
Der Flug befand sich über dem Atlantik, als der Kapitän eine Sicherheitsnotlage ausrief. Auslöser der strengen behördlichen Protokolle war die Erkennung eines Bluetooth-Signals in der Passagierkabine mit einem alarmierenden Namen: „bomb“.
Das Bordpersonal hatte die Anomalie bemerkt und die Sicherheitsprotokolle bei unidentifizierten Bedrohungen angewandt: DieBesatzung verbreitete mehrere dringliche Durchsagen über die Borddurchsage, forderte alle Passagiere auf, sämtliche drahtlose Verbindungen – also auch Bluetooth – zu deaktivieren und den Flugmodus zu aktivieren.
Trotz der wiederholten Warnungen zeigte die interne Netzwerksuche der Crew, dass zwei Geräte das Signal noch aktiv hielten, darunter jenes mit dem Namen „bomba“. Daraufhin nahm der Kapitän direkten Kontakt zum Hauptquartier von United Airlines in Chicago auf, um die Bedrohung gemeinsam zu bewerten.
Unter Berücksichtigung des Risikos, das im Flug nicht beherrschbar schien, ordnete der Kapitän eine sofortige Kursänderung und die Rückkehr zum Flughafen Newark an: An Bord wurden fast zweihundert Personen – Passagiere und Besatzung – dazu gezwungen, umzukehren.
Warum der Flugmodus aktiviert werden muss: Was Bluetooth aktiv bewirken kann
Die Aufforderung, den Flugmodus während des Fluges zu aktivieren, ist sinnvoll, da Signale von Smartphones, Tablets und Bluetooth-Kopfhörern Störungen an der Bordtechnik verursachen können. Obwohl moderne Passagierflugzeuge über fortschrittliche Abschirmungen für die Avionik verfügen, können unregulierte Übertragungen hunderter Geräte Interferenzen hervorrufen.
Solche Störungen können die Funkkanäle beeinträchtigen und die Kommunikation zwischen Piloten und Flugsicherungszentren gefährden. Zudem könnten Bluetooth- oder Wi‑Fi-Signale als Ferndetonierer für eine an Bord versteckte Waffe genutzt werden. Bis zur Deaktivierung des Signals oder einer physischen Sicherheitsdurchsuchung gilt die Bedrohung als aktiv.
Die Antiterro-Räumung auf der Landebahn
Deshalb wurde nach der Landung in Newark das Flugzeug in einen abgelegenen Bereich der Startbahn isoliert. Die 190 Passagiere und 12 Besatzungsmitglieder wurden sicher evakuiert, damit die Flughafenpolizei und das Personal der Bundesbehörden einschreiten konnte. Das Flugzeug wurde einer umfassenden Sicherheitsüberprüfung unterzogen, die üblicherweise den Einsatz von Sprengstoffspürhunden (K-9) umfasst; gleichzeitig mussten Passagiere und Gepäck einer erneuten, strengen Sicherheitskontrolle unterzogen werden.
Die Passagiere wurden auf einem Ersatzflug in den frühen Morgenstunden des darauffolgenden Tages erneut an Bord genommen. United Airlines hielt sich bei der Identität des Verursachers der Bluetooth-Veränderung aus Rücksicht auf die laufenden Untersuchungen zurück. Für die Fluggesellschaft war es der dritte schwere Zwischenfall in vier Wochen.