Zum Geld verdienen mit Tabak: Eine erhebliche Erhöhung der Zigarettensteuer steht bevor. Die Europäische Kommission plant eine Maßnahme, um den Tabakkonsum zu reduzieren. Der vorgeschlagene Weg führt direkt zu einer Verteuerung der Zigaretten. Im Kern sieht die Brüsseler Strategie eine Überarbeitung der Tabaksteuer-Richtlinie (Ted) vor, bei der sowohl die Steuerabgaben als auch die Verkaufspreise für Zigaretten, E-Zigaretten, Zigarren, Hitze-Tobacco, Roll-Your-Own-Tabak und Nicotinbeutel steigen könnten.
Deutliche Steuererhöhungen geplant
Die geplanten Erhöhungen könnten, zumindest in einigen Bereichen, erheblich ausfallen, wie die Wirtschaftszeitung „Die Presse“ bereits berichtet hat. Bereits im Jahr 2022 wurde eine erste Version der Überarbeitung der Richtlinie diskutiert, jedoch wieder fallengelassen. Die jetzigen Vorschläge gehen für einige Staaten in Richtung einer Steueranstieg von 139 % auf Zigaretten, während der Steuersatz auf lose Tabakblätter für Roll-Ups bei bis zu 258 % liegen könnte. Bei Zigarren steigt die mögliche Steuererhöhung gar bis zu 1090 %.
Die neuen Regelungen, die derzeit in Brüssel geprüft werden, betreffen auch innovative Produkte wie Hitze-Tobacco, E-Zigaretten und Nicotinbeutel, auch solche, die in Österreich produziert werden. Konkret könnte dies für österreichische Konsumenten eine Preiserhöhung von etwa 1 Euro pro Packung bedeuten – das entspricht über 20 % sowohl für klassische Zigaretten als auch für hitze-Tobacco-Produkte.
Belastung für Verbraucher und Inflation
Diese Gesetzesänderung wird vor allem das Thema der Verbraucherbelastung thematisieren. Die EU schätzt, dass allein die geplanten Steuererhöhungen auf Tabak- und Nikotinprodukte die Inflation um mehr als einen halben Prozentpunkt anheben werden. Das steht im Widerspruch zu den Zielen vieler Maßnahmen, die eigentlich gerade die Inflationsraten senken sollen, um die Kaufkraft zu erhalten.
Schon im Jahr 2025 spüren österreichische Raucher die Folgen: Seit dem 8. Februar sind Zigaretten und Zigarren durch die Erhöhungen, die durch die Budgetgesetze 2023 und 2024 festgelegt wurden, teurer geworden – darüber haben wir bereits berichtet. D ie tatsächlichen Preissteigerungen treffen die Konsumenten hart und führen zu einer Belastung des Haushaltsbudgets.
Auswirkungen auf die Produktionskette und den Export
Auch die Zentraleuropäische Produktionskette leidet unter den geplanten Maßnahmen. Laut Euractiv werden weniger als 4 % des weltweiten Tabakaufkommens in der EU angebaut. Im Jahr 2024 wird die Zahl der österreichischen Tabakbauern auf etwa 14.500 bis 15.000 geschätzt – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 2010, als noch 60.000 Menschen in der Branche tätig waren. Während sich die österreichische Tabakproduktion in den letzten Jahren nachhaltig entwickelt hat und eine wichtige wirtschaftliche Rolle einnimmt, sind die größten Anbauflächen in Bulgarien (rund 6.200), gefolgt von Griechenland (4.600) und Polen (3.500). Insgesamt ist der österreichische Tabaksektor sowohl für die Beschäftigung als auch für die regionale Wirtschaft bedeutend.
Und auch für den Export gibt es Risiko: Österreich exportiert jährlich Tabakprodukte wie Hitze-Tobacco im Wert von nahezu zwei Milliarden Euro. Die geplanten Steuererhöhungen in den Zielländern könnten diese Exporttätigkeit erheblich beeinträchtigen und die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Produkte gefährden.
Kurz gesagt: Die geplanten Steuerauflagen in der EU könnten nicht nur zu höheren Preisen für Rauchwaren in Österreich führen, sondern auch die gesamte Branche in eine schwierige Lage bringen und die Verbraucherpreise weiter anziehen lassen.