Es ist kein guter Zeitpunkt für die deutsche Industrie, die ohnehin durch die Krise des Automobilsektors in Schwierigkeiten gerät. Die Nachricht der letzten Stunden lautet, dass die Varta AG, der industrielle Konzern, der Mikro-Batterien und Energiespeicher produziert, einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt hat. Ziel ist es, die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens zu sichern und die operative Fortführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen. Doch derzeit ist die Strategie zur Bewältigung der Pattsituation noch unklar.
Eine wesentliche Klarstellung betrifft den Insolvenzhorizont: Die Verfahren betreffen in keiner Weise den Bereich der Haushaltsbatterien (Stilo, Ministilo, Knopfzellen und wiederaufladbare Batterien) und der Verbraucherelektronik. Varta Consumer Europe Holding GmbH (die die Varta Consumer Batteries Italia S.r.l. kontrolliert) betont ausdrücklich, dass sie nicht mehr Teil der Varta AG ist und vollständig von den Rechtsangelegenheiten der Gruppe unabhängig ist.
Die finanzielle Lage der Varta AG
Das Amtsgericht Stuttgart, zuständig für den Fall, bestätigte, dass vier Anträge eingegangen sind und sich derzeit in der Prüfung befinden. Getrieben von der angespannten Finanzlage der Bilanz hat dies den Weg in eine Insolvenz vorangetrieben. Laut einer unabhängigen Analyse benötigt Varta kurzfristig zusätzliche Finanzmittel in Höhe mehrerer zehn Millionen Euro; trotz intensiver Verhandlungen zeigte sich jedoch niemand bereit, weiteres Kapital bereitzustellen.
Der sogenannte Ad-hoc‑Gläubigerausschuss, geführt von der Deutschen Bank und den Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox, begründete sein Vorgehen ausdrücklich mit der prekären finanziellen Lage des Unternehmens.
Eine bereits gescheiterte Restrukturierung
Es ist nicht das erste Mal, dass Varta in einer komplexen Situation steckt. Im Jahr 2024 hatte der Konzern bereits ein Restrukturierungsverfahren eingeleitet, um eine Insolvenz zu vermeiden: In jener Phase hatten die ehemaligen Aktionäre ihre Anteile verloren und die Gläubiger hatten auf Teile ihrer Forderungen verzichtet. Zu Beginn des vergangenen Aprils hatte das Unternehmen erklärt, dass die Restrukturierung abgeschlossen sei und das Unternehmen „wieder auf dem richtigen Weg“ sei. Die finanzielle Lage habe sich jedoch erneut verschlechtert.
Zu Beginn dieser Woche war bereits bekannt geworden, dass das Unternehmen Gefahr lief, zersplittert zu werden: Bedeutende Investoren wollten die Batteriedivision für den Inlandsmarkt vom Rest der Gruppe trennen.
Die Stellungnahme des Unternehmens
Die Varta Consumer Europe Holding GmbH, die die Varta Consumer Batteries Italia S.r.l. vollständig kontrolliert, teilt in einer Mitteilung mit, dass sie nicht mehr Teil der Varta AG sei und in keinerlei Weise in die Insolvenzverfahren involviert sei, die einige Gesellschaften im Zusammenhang mit der Marke VARTA betreffen. Letztere – heißt es – betreffen ausschließlich industrielle Mikrobatterien (einschließlich CoinPower-Zellen) und industrielle Energiespeicher-Systeme.
„Die Gesellschaft, die für die Produktion und den Vertrieb von Haushaltsbatterien (Stilo, Ministilo, spezielle Knopfzellen und wiederaufladbare Batterien), Ladegeräten, Powerbanks und Beleuchtungseinrichtungen zuständig ist, ist solide und vollständig von den Insolvenzverfahren der mit der Marke VARTA verbundenen Gesellschaften getrennt“, hebt Agostino Spallina, Geschäftsführer von VARTA Consumer Batteries Italia, hervor.
VARTA Consumer Batteries bestätigt daher „die volle Fähigkeit, die Versorgung zu sichern, die Servicezuverlässigkeit zu gewährleisten und den kommerziellen Support zu bieten“. Unsere Priorität, so Agostino Spallina, bleibe es, hochwertige Produkte zu liefern und unseren Partnern die höchste Zuverlässigkeit im Service zu bieten.