Die Ukraine hat angekündigt, ihre erste aus eigener Produktion stammende gelenkte Luftbombe entwickelt zu haben. Das neue Projektil wurde von DG Industry im Rahmen des militärtechnologischen Clusters Brave1 geschaffen, alle geforderten Tests wurden bestanden, und es wurde als einsatzbereit gemeldet. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums hat das Ministerium bereits eine erste Versuchscharge beschafft, und die Pilotinnen und Piloten üben bereits den Einsatz in Kampfszenarien. Für österreichische Leserinnen und Leser verdeutlicht diese Meldung, wie sich moderne Waffentechnologie unter höchsten Sicherheits- und Beschaffungsstandards entwickelt.
Die Bombe, die in 17 Monaten entwickelt wurde, trägt einen 250 Kilogramm schweren Gefechtskopf und ist darauf ausgelegt, Festungen, Befehlsstellen und andere Ziele in Distanzen von mehreren Dutzend Kilometern vom Abschusspunkt aus zu treffen. Kiew betont, dass es sich nicht um eine Kopie westlicher oder sowjetischer Systeme handele, sondern um ein originelles ukrainisches Projekt, das an die Bedingungen des aktuellen Krieges angepasst wurde.
Gelenkte Luftbomben, auch als Glide-Bombs bekannt, sind Bomben, die von Flugzeugen abgeworfen und im Flug durch Leitsysteme und aerodynamische Steuerung korrigiert werden. Ihre Hauptfunktion besteht darin, die Präzision gegenüber ungelenkten Bomben zu erhöhen und dem Flugzeug zu ermöglichen, aus größerer Distanz zu treffen, wodurch die Exposition gegenüber feindlicher Luftabwehr reduziert wird. Das ukrainische Verteidigungsministerium erläuterte in einem am 13. Mai 2026 veröffentlichten Datenblatt, dass Gleitebomben je nach Modell und Startbedingungen Distanzen von mehreren Zehn- bis zu mehreren Dutzend Kilometern erreichen können.