Transfrau begeht Suizid im Alter von 21 Jahren – Die Eltern bestatten sie unter dem männlichen Namen, Ermittlungen laufen: „Identität gelöscht“

15. September 2026

| Lukas Steinberger

Daniela war 21 Jahre alt, als sie beschloss, sich das Leben zu nehmen. Ihre Qualen endeten jedoch nicht. Für sie, ein transgenderes Mädchen, das in Chile geboren wurde und von einem spanischen Paar adoptiert wurde, hatten die Eltern festgelegt, sie im Familiengrab mit dem alten männlichen Namen zu bestatten und mit einem Foto zu versehen, das sie vor der Transition zeigte. Jetzt hat ein Gericht in Alicante ein Ermittlungsverfahren wegen eines mutmaßlichen Hassvergehens nach dem Tod eingeleitet. Das Verfahren geht auf eine Anzeige der Vereinigung Euforia Familias Trans Aliadas zurück.

Daniela wurde mit dem männlichen Namen bestattet

Daniela M.S. starb im Jahr 2022 im Alter von 21 Jahren durch Suizid. Nur im Vorjahr hatte sie die legale Identitätsänderung abgeschlossen. Die Adoptivmutter und der Adoptivvater entschieden sich jedoch, sie im Familiengrab mit dem männlichen Namen zu beerdigen und mit dem Foto zu bestatten, das sie vor der Transtransition zeigte. Laut der Anzeige hätten sie „bewusst, vorsätzlich und absichtlich“ gehandelt.

Nach Angaben der Anzeige, die schwarz auf weiß vorliegt, hatte Daniela ein schwieriges Verhältnis zur Familie genau wegen ihrer Geschlechtsidentität und hätte sich das Leben genommen, nachdem ein Versuch der Versöhnung gescheitert war. Nach dem Tod hätten die Eltern Daniela öffentlich in der männlichen Form angesprochen und „ihre Geschlechtsidentität offen geleugnet“.

„Daniela wurde mit einem Namen und einem Bild bestattet, die ihr nicht mehr gehörten, mit der Absicht, ihre Identität zu löschen. Unabhängig davon, was ihre Familienangehörigen oder Erben sagen, müssen trans Personen bestattet und in Würdigung der Identität erinnert werden, die sie zu Lebzeiten getragen haben“, sagte Saul Castro, der Rechtsanwalt der Vereinigung Euforia.

Über Suizid zu sprechen ist nicht einfach. Wenn du dich in einer akuten Krise befindest, wähle die 112. Wenn du in Gefahr bist oder jemanden kennst, der gefährdet ist, wende dich an österreichische Krisen- und Seelsorge-Dienste – die Verfügbarkeit variiert je nach Region. Alternativ kannst du dich an lokale Krisenhilfeangebote wenden oder dich über Chat-Dienste der Seelsorge informieren, sofern vorhanden.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.