Panoramamuseum wird auf 2.000 Metern Höhe in Italien entstehen

15. September 2026

| Lukas Steinberger

Panoramamuseum, sozio-kulturelles Zentrum und Wanderer-Räume. Das ist es, was in Kürze in Costalta in der Lagorai-Kette im Trentino entstehen wird. Ein einzigartiges Ensemble, das von einem Ort inspiriert wurde, der nicht allen eine architektonische Lösung dieser Art nahegelegt hätte. Es handelt sich um eine alte Steinbruchanlage in großer Höhe; genauer gesagt liegt die Höhe dieses Gipfels knapp an den 2.000 Metern über dem Meer. Die Bekanntgabe des Baus des Museumsensembles wurde offiziell auf Initiative der Provinz Trient getroffen, die eine Ausnahmeregelung vom Bebauungsplan der betreffenden Gemeinde Sant’Orsola genehmigte. Es wird eine anspruchsvolle Arbeit, und das Endergebnis verspricht bereits großes – daher lohnt es sich, das Projekt in seinen Besonderheiten näher zu betrachten.

Die Ziele des Projekts

Ziel ist es, nicht nur ein Museum in einer außergewöhnlich hohen, ja extrem hohen Höhe zu schaffen, sondern auch einen modernen Panorama-Raum und einen kulturellen Orientierungspunkt, eingebettet in die unberührteste Natur. Die Arbeiten sehen die vollständige Wiederherstellung des historischen Bergbaustandortes vor, in einem Ort – Costalta – der bereits Teil des Lagorai-Minenparks ist, ein verteiltes Geo-Park, der Museen, Wanderwege und ehemalige Steinbrüche zwischen der Alta Valsugana, dem Val di Cembra und dem Tesino verbindet. Ein weiteres Ziel wird die Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung des Val di Fersina sein. Dadurch wird ein industriell bedeutsames, aber seit langem stillgelegtes und vernachlässigtes Gebiet neu genutzt: Das Endergebnis wird ein völlig neuer touristisch-kultureller Anziehungspunkt sein, der ideal die historische Erinnerung mit zeitgenössischer Architektur verbindet, sodass sich alles harmonisch in die alpine Landschaft einfügt.

Bildquelle: Presseamt der Autonomen Provinz Trient

Drei Gebäude – alle zum Erleben

Das Projekt trägt die Handschrift des Geometers Mauro Campregher, mit einer Anlage, die sich entlang der Spuren der ursprünglichen Trockenmauern entwickelt. Es geht um jene Mauern, die früher die Parzellen der Porphyr-Arbeiter, die sogenannten „Kubettisten“, abgrenzten, sowie um die ältesten Strukturen der Baustelle. Schließlich prägen der Porphyrabbau und die Bergbaugeschichte das Val di Fersina (auch bekannt als Valle dei Mocheni) tief, daher handelt es sich um eine Art Hommage an dieses Gestein.

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Bildquelle: Presseamt der Autonomen Provinz Trient

Wenn man die einzelnen Bauten genauer betrachtet, wird das eigentliche Porphyr- und Steinbruchmuseum eine Glasfassade erhalten, die man gemeinhin als „Binokelform“ beschreibt, da sie an diese Form erinnert. Alles wird so konzipiert, dass eine immersive Ausstellungserfahrung entsteht, die Innen- und Außenbereiche miteinander verschmelzt. Das Sozial-kulturelle und Freizeitzentrum wird ein Gebäude sein, das für Begegnungen gedacht ist, aber auch als Natur‑Klassenzimmer für Umweltbildungsaktivitäten genutzt wird und der Aufnahme und Rast der Wanderer und Besucher dient, die hier vorbeikommen. Schließlich gibt es das Eingangsportal, eine Verbindungsüberdachung, getragen von einer Holzkonstruktion – eine deutliche Anspielung auf die typischen Armaturen der Bergwerksgalerien dieses Tals.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.