Mit dem Thriller Last Seen haben wir einen weiteren Grund, uns von Australien fernzuhalten
Seit dem 9. September stehen auf Apple TV die ersten beiden von insgesamt sechs Episoden zum Streaming bereit; die restlichen Episoden erscheinen einzeln bis zum 7. Oktober. Die Serie Last Seen, ein australischer Thriller, basiert auf dem Buch The Dispatcher von Ryan David Jahn, in der Fassung von Kris Mrksa und unter der Regie von Christian Schwochow, einem Regisseur und Produzenten, der 2024 für The Crown für einen Emmy nominiert war.
Nach der üblichen Einführung lässt sich nicht leugnen, dass diese Serie mir persönlich einen zusätzlichen Grund gegeben hat, Australien zu meiden – das Land, das von streitsüchtigen Kängurus, kokainabhängigen Koalas, Spinnen so groß wie Kätzchen und fressgierigen Krokodilen durchzogen zu sein scheint.
Um es besser zu verdeutlichen, hier die Handlung ohne Spoiler (außer den im Trailer am Ende dieser Seite sichtbaren) und danach die Analyse zu Last Seen.
Worum es in Last Seen geht: Ein Mann, der durch das Verschwinden seiner Tochter zerstört ist, findet wieder einen Lebensgrund
Ian Ridley (Patrick Brammall) ist ein Mann am Boden: Vor elf Jahren verschwand seine Tochter Maggie, genannt Mags, spurlos, und er kommt damit einfach nicht zur Ruhe. Seine Ehe ist gescheitert, er hat den Job als Detektiv aufgegeben und arbeitet nun als Einsatzleiter in der Notruf- und Einsatzleitstelle der Polizei.
Eines Tages wird eine Leiche, die jahrelang in den Wäldern vergraben lag und mit Mags identisch ist, entdeckt – scheinbar gibt dies endlich eine Schlussfolgerung zu seiner tragischen Geschichte. Doch als er einen Anruf von einem Mädchen erhält, das glaubt, Mags zu sein, findet Ian nach langer Zeit wieder einen Lebensgrund.
Angst und Wahnsinn – Last Seen ist eine Serie, die man sehen kann, aber nicht muss: Vor- und Nachteile
In solchen Fällen gilt die immergleiche Warnung: Wenn Sie besonders sensibel auf Geschichten von vermissten oder entführten Kindern reagieren, können Sie Last Seen ruhig auslassen. Die Serie erzählt eine beklemmende, teils verrückte Geschichte von dem, der nicht aufgibt, und von dem, der sich versteckt.
Zu den positiven Aspekten gehören sicher eine fesselnde Schreibweise und eine Regie, die die Spannung hochhält, mit einem Hauch von Brutalität. Doch zu den negativen Faktoren zählt die Dramatik einer Erzählung, in der der Glaube – und dessen Fehlen – die Triebfedern der Figuren sind, die sie entweder zur Wahrheit treiben oder in die entgegengesetzte Richtung lenken.
Seien Sie gewarnt: Wenn Sie bereits jetzt vor der australischen Tierwelt einen Schauer bekommen, bereiten Sie sich darauf vor, auch den scheinbar harmlosesten Mitmenschen zu misstrauen.
Bewertung: 6.8