Totalstopp russischen Gases ab 2027: EU gibt grünes Licht

29. Januar 2026

| Lukas Steinberger

Es liegt die endgültige Zustimmung zum Stopp russischer Gasimporte vor. Diese Morgen, Montag, der 26. Januar, erteilte der EU-Rat dem Maßnahme grünes Licht, das ein Verbot der Gasimporte aus Moskau bereits ab 2027 vorsieht. In den letzten Jahren haben die europäischen Länder ihre Gasimporte bereits drastisch reduziert, seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine. Die Herausforderung besteht nun darin, vollständig auf russische Lieferungen zu verzichten — schrittweise, aber mit straffen Zeitplänen.

Die Gasimporte aus Russland sind drastisch zurückgegangen

Nach einem aktuellen Bericht von drei unabhängigen Instituten sind die Gasimporte per Pipeline aus Russland in die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) von 60% im Jahr 2019 auf 8% im Jahr 2025 deutlich gesunken, auch wenn die Importe von verflüssigtem Erdgas (LNG) leicht zugelegt haben: von 17 Milliarden Kubikmetern im Jahr 2019 auf 20 Milliarden im Jahr 2025.

Was sieht die neue EU-Verordnung vor?

Der von Brüssel beschlossene Stopp gilt sowohl für Gas aus Pipelines als auch für LNG und tritt sechs Wochen nach Inkrafttreten der Verordnung in Kraft. Die Maßnahme sieht eine schrittweise Reduzierung der Importe aus Moskau bis zum vollständigen Verbot im Jahr 2027 vor. Konkret: russisches LNG ist ab dem 1. Januar 2027 verboten, während Pipeline-Gas ab dem 30. September 2027 verboten wird. Bestehende Verträge behalten einen Übergangszeitraum.

gasdotto-gazprom-lapresse
Eine Gazprom-Gaspipeline, Foto LaPresse

Der Regulierungsrahmen sieht vor, dass in Notfällen das Verbot vorübergehend für vier Wochen ausgesetzt werden kann. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, die Herkunft des Gas zu überprüfen. Verstöße gegen das Verbot werden mit empfindlichen Geldstrafen belegt, mindestens 2,5 Millionen Euro für natürliche Personen und mindestens 40 Millionen Euro für Unternehmen oder 3,5 % des weltweiten Umsatzes. Die einzigen beiden Staaten, die gegen die Verordnung gestimmt haben, waren Ungarn und die Slowakei; Bulgarien hat sich der Stimme enthalten.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.