Die spanische Regierung plant ein Embargo auf den Handel mit israelischen Waffen. Am 23. September hat der Ministerrat ein Dekret verabschiedet, das den Kauf und Verkauf von Dual-Use-Technologien (militärisch und zivil) sowie militärischer Ausrüstung nach Tel Aviv dauerhaft verbietet. Das spanische Parlament, das Unterhaus, muss das Dekret nun innerhalb von 30 Tagen ratifizieren, damit die vorläufige Maßnahme endgültig in Gesetzesform tritt.
Die Schritte Madrids
Die Aussetzung der Finanzierungen der israelischen Rüstungsindustrie gehört zu den Verpflichtungen der sozialistischen Regierung von Pedro Sánchez, um Druck auf Tel Aviv wegen der Massaker in Gaza auszuüben. Madrid hat schrittweise millionenschwere Verträge mit israelischen Unternehmen oder deren spanischen Tochtergesellschaften gekündigt. Unter den aufgegebenen Programmen befinden sich die Silam-Artillerieraketen von Elbit Systems, die Spike LR2-Antitankraketen von Rafael und die Litening-5 Laserzieler für die Eurofighter der spanischen Luftwaffe.
Die Klausel
Der Schritt Madrids wird jedoch nicht endgültig sein. Zumindest behauptet dies die spanische Tageszeitung Público, die den Entwurf einsehen konnte. Dem Dokument zufolge kann die spanische Regierung Transfers von Verteidigungsmaterial „außergewöhnlich“ genehmigen, basierend auf „allgemeinen nationalen Interessen“.
Import und Export
Nach einem aktuellen Regierungsbericht bestehen die Exportströme Spaniens nach Israel aus „vorübergehend nicht-letalen Materialien, die zur Reparatur und Wartung exportiert werden“ im Wert von lediglich 1,8 Mio. Euro zwischen 2023 und 2025.
Die Einfuhren israelischer Ausrüstung belaufen sich auf 33,4 Mio. Euro zwischen 2023 und 2025, der Großteil davon ist mit „strategischen Programmen“ verbunden, die das Verteidigungsministerium nicht offenlegt.