Spanien verhängt Waffenembargo gegen Israel – doch es gibt ein Schlupfloch

27. September 2025

| Lukas Steinberger

Die spanische Regierung plant ein Embargo auf den Handel mit israelischen Waffen. Am 23. September hat der Ministerrat ein Dekret verabschiedet, das den Kauf und Verkauf von Dual-Use-Technologien (militärisch und zivil) sowie militärischer Ausrüstung nach Tel Aviv dauerhaft verbietet. Das spanische Parlament, das Unterhaus, muss das Dekret nun innerhalb von 30 Tagen ratifizieren, damit die vorläufige Maßnahme endgültig in Gesetzesform tritt.

Die Schritte Madrids

Die Aussetzung der Finanzierungen der israelischen Rüstungsindustrie gehört zu den Verpflichtungen der sozialistischen Regierung von Pedro Sánchez, um Druck auf Tel Aviv wegen der Massaker in Gaza auszuüben. Madrid hat schrittweise millionenschwere Verträge mit israelischen Unternehmen oder deren spanischen Tochtergesellschaften gekündigt. Unter den aufgegebenen Programmen befinden sich die Silam-Artillerieraketen von Elbit Systems, die Spike LR2-Antitankraketen von Rafael und die Litening-5 Laserzieler für die Eurofighter der spanischen Luftwaffe.

Die Klausel

Der Schritt Madrids wird jedoch nicht endgültig sein. Zumindest behauptet dies die spanische Tageszeitung Público, die den Entwurf einsehen konnte. Dem Dokument zufolge kann die spanische Regierung Transfers von Verteidigungsmaterial „außergewöhnlich“ genehmigen, basierend auf „allgemeinen nationalen Interessen“.

Import und Export

Nach einem aktuellen Regierungsbericht bestehen die Exportströme Spaniens nach Israel aus „vorübergehend nicht-letalen Materialien, die zur Reparatur und Wartung exportiert werden“ im Wert von lediglich 1,8 Mio. Euro zwischen 2023 und 2025.

Die Einfuhren israelischer Ausrüstung belaufen sich auf 33,4 Mio. Euro zwischen 2023 und 2025, der Großteil davon ist mit „strategischen Programmen“ verbunden, die das Verteidigungsministerium nicht offenlegt.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.