Mit einem toten Neugeborenen im Rucksack ins Krankenhaus – Es wurde von einer Freundin von mir geboren

9. Januar 2026

| Lukas Steinberger

Sie trat in die Notaufnahme, als wäre nichts geschehen. Dann öffnete sie den Rucksack, den sie auf den Schultern trug, und zeigte einer Krankenschwester den Inhalt: den leblosen Körper eines Neugeborenen, das nur wenige Stunden zuvor geboren worden war. Dann rief sie: „Es gehört mir nicht, sondern einer Freundin von mir.“ Erklärungen, die nicht verhindert haben, dass eine 23-jährige Mutter des Mädchens festgenommen wurde, die bald einer psychiatrischen Begutachtung unterzogen wird, während die Ermittler bereits den Verdacht auf vorsätzliche Tötung erhoben haben. Die Ereignisse ereigneten sich in Toulouse zwischen Sonntag, dem 21. Dezember, und Montag, dem 22. Dezember, und wurden erst Tage später von den lokalen Medien berichtet.

Die Anklage gegen die Freundin: „Sie hat es geboren“

Nach bisherigen Ermittlungen soll die 23-Jährige am Abend des Sonntags, dem 21. Dezember, alleine zu Hause geboren haben. Nachdem sie den Tod des Neugeborenen festgestellt hatte, soll sie den Körper in einen Rucksack gesteckt und sich zur Notaufnahme begeben haben.

Bei der Ankunft im Krankenhaus wirkte die junge Frau deutlich aufgewühlt und sprach inkohärent, um die Situation dem medizinischen Personal zu erklären. Den Einsatzkräften habe sie jedoch eine Version gegeben, die von den tatsächlichen Geschehnissen abweicht, und auf eine Freundin gezeigt: „Sie hat es geboren, sie hat mir den Rucksack gegeben und mich nur gebeten, ihn loszuwerden. Aus Neugier habe ich hineingeschaut, ich habe gesehen, was drin war, und bin hierhergerannt“, berichtete sie.

Die Ermittlungen, die die Erzählung der jungen Frau widerlegt haben

Eine Version, die eine Pflegekraft des Universitätskrankenhauses Toulouse nicht überzeugt hat, die sofort die Behörden alarmierte. Die Beamten fanden während einer Durchsuchung der Wohnung der jungen Frau die Plazenta und entlarvten so die im Krankenhaus gegebene Darstellung.

In erster Linie ging man davon aus, dass das Neugeborene tot geboren worden war, doch die Rechtsmedizin habe später bestätigt, dass das Mädchen lebend geboren wurde und termingerecht war. Laut den Ermittlern hätte die Neugeborene gerettet werden können, wenn die Frau sofort ins Krankenhaus gegangen wäre. Die junge Frau wurde festgenommen und befindet sich seit dem Weihnachtstag in Untersuchungshaft.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.