Macron: Im Mittelmeer wurde ein Schiff der russischen Schattenflotte geentert – Öltanker Grinch vor Spaniens Küste

1. Februar 2026

| Lukas Steinberger

„Die französische Marine hat heute Morgen einen Tanker aus Russland entern, der internationalen Sanktionen unterliegt und verdächtigt wird, unter einer falschen Flagge zu fahren.“ Dies kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Donnerstagnachmittag, dem 22. Januar, an, im gleichen Moment, in dem der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelensky am Davoser Wirtschaftsforum in der Schweiz sprach, wo er den US-amerikanischen Amtskollegen Donald Trump traf.

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Das Entern im Mittelmeer

Der Einsatz sei „auf hoher See, im Mittelmeer, mit der Zusammenarbeit unserer Verbündeten“ erfolgt, teilt der französische Präsident mit, ohne zu sagen, welche Länder an der Operation beteiligt waren. Die Operation wurde „unter strenger Beachtung der Seerechtskonvention der Vereinten Nationen“ durchgeführt.

Der Tanker wird „derzeit von der französischen Marine eskortiert“ bis zu einem Ankerplatz „zur Fortsetzung der Überprüfungen“, kündigen die Behörden an und eröffnen Untersuchungen.

In den vergangenen Wochen haben die Vereinigten Staaten sieben verschiedene Öltanker im Rahmen des Verbots von Rohölexporten aus Venezuela beschlagnahmt, das im Dezember vom Präsidenten Trump verfügt worden war. Unter den Schiffen war mindestens eines mit Russland in Verbindung gebracht worden und wurde im Nordatlantik nach wochenlanger Verfolgung beschlagnahmt.

„Wir sind entschlossen, das Völkerrecht durchzusetzen und die Wirksamkeit der Sanktionen zu garantieren“, erklärt der französische Präsident und erinnert daran, dass „die Aktivitäten der Phantomflotte zur Finanzierung des Angriffs auf die Ukraine beitragen“.

Der Öltanker „Grinch“ vor der Küste Spaniens beschlagnahmt

Dabei handelt es sich um den Öltanker „Grinch“, erklärte die französische Seefunkstelle. Er stammte aus dem russischen Murmansk-Bezirk und wurde im Alborán-Meer abgefangen, zwischen den Küsten Spaniens und Afrikas.

„Nach dem Entern durch das Inspektionsteam bestätigten die Unterlagen Zweifel an der Rechtmäßigkeit der gezeigten Flagge. Eine Meldung wurde an den Staatsanwalt der Republik Marseille übermittelt, der für das Seegericht zuständig ist“, so die Behörden. Laut Mitteilung waren auch Großbritannien zu den an dem Entern beteiligten Verbündeten gehörte.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.