Das Arbeiten im Bereich erotischer Inhalte ist altersunabhängig
Online als Creator von Erwachsenenunterhaltung tätig zu sein, kennt kein Alter. Ein anschauliches Beispiel dafür ist die Geschichte von Alda, 54 Jahre alt aus Wien.
Ihre Offenbarung wurde bei der Radiosendung „I Lunatici“ auf Radio2 erzählt: „Ich bin 54 Jahre alt, Großmutter und arbeite auf einer Plattform, auf der ich erotische Inhalte anbiete. Mittlerweile ist mein eigener Sohn ebenfalls in diesem Bereich aktiv geworden. Die Idee dazu kam mir vor einigen Jahren, als ich eine Wochenzeitschrift las“, erklärt Alda. „Ich hatte damals finanzielle Probleme und beschloss, es auszuprobieren.“
Auch über das Einkommen spricht Alda offen: „Ich verdiene etwa 800 Euro im Monat, arbeite dafür nur drei Stunden täglich. Momentan überlege ich, aufzuhören, aber ich bin gesundheitlich eingeschränkt und schon etwas älter. Es wäre schwierig, eine andere Arbeit zu finden. Zweimal sind daraus auch romantische Kontakte entstanden.“
Der Einstieg in die Branche
Alda schildert: „Es war ein plötzlicher Entschluss, der vor 13 Jahren gefasst wurde. Meine finanziellen und gesundheitlichen Situationen zwangen mich, meinen vorherigen Beruf als Tanzlehrerin aufzugeben. Die Inspiration kam aus einem Artikel in einer Zeitschrift, den ich in der Warteschlange beim Zahnarzt gelesen hatte. Es wurden die ersten sogenannten Camgirls vorgestellt, also Frauen, die via Webcam erotisches Content produzieren. Ich probierte es direkt aus.“
„Innerhalb einer Woche hatte ich bereits viel gelernt. Es machte mir Spaß und ich machte weiter. Though nicht alles ist einfach – man braucht viel Geduld“, erzählt Alda. Sie hat einen 26-jährigen Sohn, der vor Kurzem begonnen hat, im Prinzip dasselbe zu tun. Auf ihre Frage nach technischen Ratschlägen hat sie ihm Tipps gegeben. Was ihr daran Einkommen bringt? „Das hängt vom Tag ab. Ich gestalte Live-Streams mit einer Kamera. Ich rede, unterhalte, lege Musik auf, vermeide es, zu stark verkleidet zu sein, weil das sonst kontraproduktiv wäre. Ich starte bekleidet, dann folgen Anfragen der Zuschauer, für die ich den Preis selbst festlege.“
„Durchschnittlich arbeite ich etwa drei Stunden am Tag und verdiene damit rund 800 Euro im Monat. Die Einnahmen sind seit Beginn der Pandemie stark zurückgegangen, da die Konkurrenz zunimmt“, ergänzt Alda.
Der Sohn als Kollege
Weiter erzählt Alda: „Es ist nicht ideal, dass mein Sohn diesen Beruf ausübt, aber ich sehe darin nichts Skandalöses. Er macht noch andere Dinge, nutzt diese Plattform lediglich, um das Budget aufzubessern und sich kleine Wünsche zu erfüllen.“
„Ich habe zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter, und bin gleichzeitig Großmutter. Ich würde gerne den Beruf wechseln, doch ich leide an einer ernsthaften Krankheit. Es fällt mir sehr schwer, einen normalen Job zu finden, und mit 54 Jahren ist es nahezu unmöglich, eine neue Stelle zu bekommen.“