Französisches Notfallset bei Kriegen, Epidemien und Terrorismus – Was enthält es?

22. November 2025

| Lukas Steinberger

Die französische Regierung hat über ihre offiziellen Kanäle das Handbuch „Tous responsables. Face aux risques, agissons“ (Alle verantwortlich. Angesichts der Risiken handeln) veröffentlicht, ein echtes Überlebenspaket, das in Krisenfällen eingesetzt werden soll – etwa bei terroristischer Bedrohung, einer Epidemiekrise oder einem bewaffneten Konflikt.

Frankreich, das Notfallkit für Krisenfälle

Die Broschüre umfasst 27 Seiten Text und Abbildungen und ist online auf den Webseiten des Innenministeriums sowie des Generalsekretariats Verteidigung und Sicherheit (SGDSN) zugänglich. Im Dokument werden die richtigen Verhaltensweisen im Notfall und die Dinge beschrieben, die man im Krisenfall zu Hause bereithalten sollte. Geboren in der Ära von Covid und im vergangenen Winter erneut aufgegriffen, erinnert sich die Idee an ähnliche Initiativen in Schweden und Finnland, die darauf abzielen, die Bevölkerung auf einen möglichen Konflikt vorzubereiten. Das französische Dokument erweitert das Spektrum jedoch auf Naturkatastrophen, industrielle Zwischenfälle (oder nukleare), Energiemangel, Pandemien, Cyberangriffe oder terroristische Bedrohungen.

Die erste Empfehlung besteht darin, ein Notfallset zusammenzustellen, um die ersten 72 Stunden der Krise zu überstehen. Zu den Hinweisen gehören: sechs Liter Wasser pro Person, haltbare Lebensmittel in Dosen, eine Erste-Hilfe-Ausstattung, Medikamente, ein batteriebetriebenes Radio, warme Kleidung, eine Taschenlampe, Bargeld sowie Kopien der eigenen Dokumente, sicher verwahrt in einer wasserdichten Hülle. Während die illustrierten Seiten auch vor Falschmeldungen warnen, die durch von künstlicher Intelligenz generierte Videos sowie Versuche fremder Einflussnahme verbreitet werden können, ruft Paris zu einer strengen „digitalen Hygiene“ auf und bittet darum, unbestätigte Informationen nicht zu verbreiten. Der Text erinnert daran, dass in dem aktuellen internationalen Kontext das äußere Engagement der Streitkräfte nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann. „Sich der Realität bewusst zu sein bedeutet nicht, in Alarmismus zu verfallen“, heißt es in dem Handbuch, das darauf hinweist, dass Frankreich zwar eine Nuklearmacht bleibt, aber durch hybride Operationen auch auf dem eigenen Territorium getroffen werden könnte. Für Leserinnen und Leser in Österreich ist dieses Prinzip ebenfalls bekannt: Auch hierzulande werden ähnliche Vorsorgemaßnahmen diskutiert und Notfallpläne von Gemeinden umgesetzt.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.