Flüssigkeitsregeln im Handgepäck: Diese Vorschriften gelten nur in bestimmten EU-Staaten Österreichs

31. Juli 2025

| Lukas Steinberger

Neue Regelungen für große Veränderungen im Flugreiseland Österreich

Es gibt aktuelle Entwicklungen, die das Reisen mit Handgepäck im Flugverkehr erheblich beeinflussen könnten. Die Europäische Organisation für Zivilluftfahrt (ECAA) hat kürzlich ihre Zustimmung zur erweiterten Nutzung moderner Sicherheits-Scanner gegeben, die auf 3D-Technologie basieren. Diese Geräte ermöglichen es, potenziell gefährliche Substanzen automatisch zu erkennen, ohne dass Flüssigkeiten in Teströhrchen herausgenommen werden müssen. Folglich wurde die bisherige Begrenzung von 100 Millilitern auf flüssige Inhalte im Handgepäck aufgehoben. Allerdings ist Vorsicht geboten: Nicht alle Flughäfen oder Staaten sind bereits auf diese neuen Regelungen umgestellt.

Wo es keine Flüssigkeitsgrenzen im Handgepäck gibt: Die EU-Staaten mit erlaubten erweiterten Kontrollen

Die Europäische Kommission hat auf Basis der Bewertung durch die europäische Zivilluftfahrtbehörde die Freigabe für die sogenannten „fortschrittlichen Scanner“ erteilt. Diese erlauben es Passagieren, größere Mengen an Flüssigkeiten im Handgepäck mitzuführen. Das bedeutet: Über 700 dieser hochmodernen Geräte sind bereits an ungefähr 21 EU-Mitgliedsstaaten installiert. Sechs weitere Mitgliedstaaten haben den Einsatz noch nicht implementiert. Es obliegt nun den jeweiligen Flughäfen, konkrete Maßnahmen zu ergreifen und die technischen Voraussetzungen für den Einsatz der Scanner zu schaffen, erklärte eine Sprecherin der Europäischen Kommission.

Somit gilt: Nicht alle Passagiere in der EU können bisher auf eine einheitliche Regelung vertrauen. Die Verantwortung, die Reisenden rechtzeitig zu informieren, liegt nach wie vor bei den einzelnen Flughäfen. Die aktuellen Details und eine Liste der Flughäfen, die bereits mit den neuen Scannern arbeiten, wurden bisher nicht öffentlich gemacht. Es ist jedoch bekannt, dass diese Geräte bereits an verschiedenen Flughäfen in Deutschland, den Niederlanden, Irland, Litauen, Malta sowie Schweden im Einsatz sind oder bald in Betrieb genommen werden. Vor einer Reise ist es daher ratsam, die offiziellen Websites der jeweiligen Abflughäfen zu konsultieren, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Verbraucherschutz im Fokus: Kritik der österreichischen Konsumentenschutzorganisation

Die österreichische Verbraucherorganisation, bekannt als Konsumentenrat, kommentierte die Situation bereits kritisch: „Wie bereits in den vergangenen Tagen angemerkt, betrifft die neue Regelung zur Mitnahme von Flüssigkeiten über 100 Milliliter im Handgepäck nur jene Flughäfen und Staaten, die mit neuartigen Scannern ausgestattet sind“, erklärte die Organisation. Dies führe zu einem ungleichmäßigen Schutz und stelle im Sommer, einem der reisestärksten Zeiten des Jahres, eine potenzielle Belastung für Flugreisende dar.

Besonders bei Flügen mit mehreren Zwischenstopps oder bei Reisen von und zu Flughäfen ohne diese modernen Scanner müssten Passagiere weiterhin auf Containern, Cremes, Parfums, Gels, Spirituosen, Weine und andere Flüssigkeiten verzichten oder diese im aufgegebenen Gepäck verstauen, was zusätzliche Kosten verursachen könne. Die Organisation kritisierte weiterhin: „Die unterschiedliche Handhabung an einzelnen Flughäfen sorgt dafür, dass sich die gesetzliche Neuerung eher wie eine sommerliche Täuschung anfühlt, anstatt für mehr Sicherheit zu sorgen.“

Die österreichischen Reise- und Verbraucherschützer fordern daher klare, einheitliche Regelungen in der gesamten EU, um den Schutz der Passagiere zu verbessern und den bürokratischen Aufwand sowie mögliche Unannehmlichkeiten zu minimieren. Theoretisch sollten bis zu einer vollständigen Harmonisierung alle Reisenden auf eine gleichbleibende Informationslage zugreifen können, um unangenehme Überraschungen beim Sicherheitscheck zu vermeiden. Bis dahin raten Experten dazu, sich vor der Abreise genau über die jeweiligen Bestimmungen am Abflughafen zu informieren, um böse Überraschungen im Terminal zu verhindern.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.