Reisen während der Weihnachtsfeiertage könnte sich zu einer echten Hürde entwickeln. Trotz des regen Passagieraufkommens legen weiterhin mehrere europäische Flughäfen ihr Boden- und Kabinenpersonal lahm. Vor allem Bodenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie Kabinenpersonal setzen ein starkes Zeichen, um ihre Forderungen in der kritischsten Phase des Jahres für die Branche Gehör zu verschaffen. Die Folge liegt auf der Hand: Es werden Verspätungen, Annullierungen und eingeschränkte Serviceleistungen zu erwarten sein.
Weihnachtschaos im Vereinigten Königgreich
Im Vereinigten Königreich bleibt Heathrow der am stärksten belastete Knotenpunkt während der Festtage. Eine erste Welle von Unannehmlichkeiten am Flughafen Luton in London zwischen dem 26. und 29. Dezember konnte durch ein Angebot zur Lohnerhöhung für die Beschäftigten abgewendet werden. Anders verhält es sich am Heathrow, wo am 24. und 26. Dezember das Kabinenpersonal des Scandinavian Airlines Services streiken wird. Betroffen sind vor allem Flüge zu den wichtigsten skandinavischen Drehkreuzen, darunter Kopenhagen, Stockholm und Oslo, mit möglichen Auswirkungen auf das gesamte Verbindungsnetz und Anschlüsse. Die Gewerkschaft Unite beklagt unzureichende Löhne, insbesondere im Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten in skandinavischen Städten. Eine Situation, die, so die Gewerkschaftsvertreter, dazu geführt hätte, dass einige Arbeitnehmer während der Dienstreisen sogar auf Lebensmittelbanken angewiesen gewesen wären. Die Fluggesellschaft wies diese Vorwürfe zurück, doch sie verdeutlichen, wie der Konflikt gerade in der Weihnachtszeit weiter brennt.
Streiks beim spanischen Ryanair-Personal: Welche Flughäfen sind am stärksten betroffen
In Spanien setzt Azul Handling, das Ryanair am Boden unterstützt, seine Streiks fort – bis zum 31. Dezember, mit wöchentlichen Unterbrechungen in wichtigen Zeitfenstern. Das Personal fordert bessere Arbeitsbedingungen, angemessene Boni und mehr vertragliche Stabilität. Zu den am stärksten betroffenen Flughäfen zählen voraussichtlich Alicante, Barcelona–El Prat, Girona, Ibiza, Madrid–Barajas, Málaga, Palma de Mallorca, Sevilla, Teneriffa Süd und Valencia. Ryanair-Passagiere müssen mit längeren Check-in-Schlangen, Verzögerungen bei der Gepäckausgabe und möglichen Verschiebungen der Abflugzeiten rechnen.
Beeinträchtigungen auch für Flüge nach Italien
In Italien zeichnen sich die größten Beeinträchtigungen voraussichtlich erst nach den Feiertagen ab. Am 9. Januar ist ein landesweiter vierstündiger Streik des Bodenpersonals angekündigt, der von der Gewerkschaft Cub Trasporti ausgerufen wurde, während Swissport Italia einen 24-stündigen Streik am Flughafen Mailand Linate angekündigt hat. Am 31. Januar ist ein weiterer Streik am Flughafen Verona durch das Personal der Flugsicherung ENAV vorgesehen.
In diesem Umfeld empfehlen die Fluggesellschaften, den Flugstatus zu prüfen, offizielle Mitteilungen zu beobachten und frühzeitig am Flughafen zu erscheinen.