Europäische Truppen für den Frieden zwischen Russland und der Ukraine: 40-Kilometer-Pufferzone

8. September 2025

| Lukas Steinberger

Eine Pufferzone entlang der aktuellen Kontaktlinie zwischen Russland und der Ukraine, die von einer Friedensmission überwacht werden soll und auch europäische Soldaten umfasst. Das ist der Plan für eine Waffenruhe in der Ukraine, der von den EU-Führungskräften geprüft wird. Und der eine direkte Einbindung der Vereinigten Staaten ausschließen würde. Die Meldung stammt aus der spezialisierten Zeitung Politico, die sich auf anonyme Diplomaten beruft. An der 40 Kilometer breiten Grauzone sollen französische und britische Truppen patrouillieren, die die Mehrheit der Friedenssicherungstruppen bilden. Doch London und Paris fordern von den europäischen Verbündeten mehr Unterstützung, nicht nur in Form von militärischer Ausrüstung. Deutschland, Italien und Belgien.

Nach Angaben von Politico könnten in der Ukraine zwischen 4.000 und 60.000 Friedenskräfte stationiert werden, um eine potenzielle Friedensvereinbarung zu sichern, während die Verbündeten Kiews öffentliche Verpflichtungen so lange hinauszögern, bis wesentliche Details bekannt werden. Der Vorschlag dürfte wahrscheinlich an territorialen Zugeständnissen der Ukraine geknüpft sein, und es ist unklar, ob Kiew dem Plan offen gegenübersteht.

Die von Russland besetzten ukrainischen Gebiete

Viele Beobachter betrachten die Idee einer Waffenruhe als einen ‚verzweifelten Versuch‘, einen Konflikt einzufrieren, während es aus dem Kreml kein Zeichen echten Dialogwillens gibt. Nicht zufällig, während die Diskussionen in den europäischen Kanzleien fortdauern, hat Russland die Bombardierungen verstärkt, ins Herz von Kiew getroffen und mindestens 19 Todesopfer verursacht, in einem Angriff, der sogar EU-Büros beschädigte.

Das Ringen um die eingefrorenen russischen Gelder

Auf politischer und wirtschaftlicher Ebene bereitet sich die EU zugleich auf eine entscheidende Entscheidung vor: In der kommenden Woche wird die Kommission die 27 Mitgliedstaaten zusammenbringen, um die Verwendung der fast 200 Milliarden Euro an eingefrorenen russischen Vermögenswerten in den europäischen Finanzkreisen zu diskutieren. Die auf dem Tisch liegende Option besteht darin, die Mittel in ein ’spezielles Vehikel‘ zu transferieren, das sie gewinnbringender investiert, um Ressourcen für den Wiederaufbau der Ukraine zu schaffen. Eine Entscheidung, die es vermeiden würde, Kapital direkt anzugreifen – eine Option, die rechtlich und finanziell noch stark auf Widerstand stößt – würde jedoch einen Schritt in Richtung einer vollständigen Überführung der Vermögenswerte nach Kiew bedeuten. Vor allem die baltischen Staaten drängen schon lange auf eine vollständige Beschlagnahme der russischen Vermögenswerte. Der Druck wächst auch deshalb, weil die Ukraine laut Schätzungen 2026 mit einem Haushaltsdefizit von mindestens 8 Milliarden Euro rechnen muss, in einem Umfeld, in dem direkte Hilfen der europäischen Regierungen immer schwieriger zu tragen sind. „Wir haben diese Mittel, und die logische Frage ist, warum wir sie nicht verwenden“, sagte Kerli Veski, Staatssekretärin für Äußeres Estlands. Die Brüsseler Sitzung wird daher entscheidend sein, um herauszufinden, ob die Union bereit ist, größere finanzielle Risiken einzugehen, um Moskau stärker unter Druck zu setzen und Kiew rasch neue Ressourcen zu sichern.


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Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.