Europa im Hitzesturm: Warum die Lage für Österreich weiter eskaliert

14. Juli 2025

| Lukas Steinberger

Die südliche Europa befindet sich derzeit im Griff einer Hitzewelle, die laut Prognosen noch mindestens die nächsten zehn Tage anhalten wird. Die Vereinten Nationen warnen, dass sich die Situation in Zukunft verschlechtern könnte, da die Klimakrise als „die Bedrohung unseres Rechts auf Leben“ bezeichnet wird, so der Hohe Kommissar für Menschenrechte. Die extremen Temperaturen und zunehmende Umweltkatastrophen stellen eine dringende Herausforderung für die ganze Welt dar, insbesondere für die von der Hitze betroffenen Regionen im Südosten Europas.

Historische Hitzerekorde auf der Iberischen Halbinsel

Derzeit zählen Italien, Spanien und Portugal zu den Ländern, die am stärksten von der Hitzewelle betroffen sind. Am Samstag wurde in Huelva, im Süden Spaniens nahe der Grenze zu Portugal, eine Temperatur von 46 Grad Celsius gemessen – ein Rekord für den Monat Juni. Gestern war der 29. Juni mindestens seit 1950 der heißeste Tag auf der Iberischen Halbinsel. Das spanische Meteorologische Institut hat heute eine Warnung sowohl vor „extremen Temperaturen“ als auch vor Gewittern ausgegeben, ähnlich denen, die am Sonntag in Portugal verzeichnet wurden.

In mehreren Regionen beider Länder werden die Temperaturen erneut die 40-Grad-Marke überschreiten, insbesondere an den Grenzregionen. In Portugal erreichte das Thermometer am Sonntag 46,6 Grad Celsius in Mora, einer Kleinstadt etwa 100 Kilometer östlich von Lissabon. Nach Angaben lokaler Medien handelt es sich dabei um einen neuen Juni-Rekord, der bisherige Wert stammt aus dem Jahr 1965. In Italien hat das Gesundheitsministerium für 17 Städte im ganzen Land eine Rote Alarmstufe ausgerufen, darunter Rom, Mailand, Florenz und Verona.

Die alarmierende Stellungnahme der UNO

„Der Anstieg der Temperaturen, der Meeresspiegel, Überflutungen, Dürren und Waldbrände bedrohen unser Recht auf Leben, Gesundheit, eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt – und vieles mehr“, erklärte Volker Türk, der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, bei einer Diskussion über den Klimawandel im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf. „Die Klimakrise ist eine Menschenrechtskrise“, fügte Türk hinzu. „Und die derzeitige Hitzewelle sollte uns dazu bringen, die dringend notwendigen Anpassungsmaßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass diese Rechte nicht verletzt werden.“

Wissenschaftler sehen wiederkehrende Hitzewellen als eindeutiges Zeichen des globalen Temperaturanstiegs. Diese Hitzewellen werden sich laut den Experten des Weltklimarats (IPCC) in Häufigkeit, Intensität und Dauer weiter verstärken. Seit 1950 hat die Frequenz, die Intensität und die Länge extremer Hitzeperioden deutlich zugenommen und diese Entwicklung wird sich mit fortschreitender Erderwärmung noch verstärken.

Der dringende Übergang zu nachhaltigen Lösungen

Derzeit besteht die dringende Notwendigkeit, den Übergang von fossilen Brennstoffen, die Hauptverursacher der globalen Erwärmung, voranzutreiben. „Dieser Wandel erfordert das Ende der Förderung und Nutzung fossiler Energieträger sowie aller umweltschädlichen Aktivitäten in allen Wirtschaftssektoren, von der Energieerzeugung über die Landwirtschaft bis hin zu Finanzen und Bauwesen“, betonte Türk.

Es ist „offensichtlich, dass unsere aktuellen Produktions- und Konsummodelle nicht nachhaltig sind und dass erneuerbare Energien die Energiequelle der Zukunft darstellen“, so der Hohe Kommissar. Die Emissionen von Treibhausgasen, hauptsächlich durch die Nutzung fossiler Brennstoffe, erreichten im Jahr 2024 einen neuen Höchststand mit durchschnittlich 53 Milliarden Tonnen CO₂ pro Jahr im letzten Jahrzehnt. Für Türk liegt die Verantwortung der fossilen Brennstoffindustrie in der öffentlichen Debatte in einem völlig unangemessenen Rahmen. Diese Unternehmen verbreiten Desinformation, propagieren falsche Lösungen und betreiben sogenannten Greenwashing. „Wer Umweltschäden verursacht, muss dafür bezahlen“, fasste Türk abschließend zusammen.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.