Um 12:00 Uhr wurde im Protomoteca-Saal des Kapitols in Rom die Trauerkammer für Emma Bonino geöffnet, die langjährige radikale Politikerin und Gründerin von +Europa, die am 11. September im Alter von 78 Jahren verstorben ist. Der Sarg wurde vom Ehrengeleit und vom Bürgermeister von Rom, Roberto Gualtieri, zusammen mit den Familienmitgliedern der Politikerin empfangen: dem Bruder Giovanni und der Schwester Domenica, die die Bahre nach dem Aufstellen liebevoll gestreichelt hat.
Auf dem Sarg wurde eine Europafahne abgelegt, vom Generalsekretär von +Europa Riccardo Magi platziert, flankiert von einem Schwarz-Weiß-Bild, das von der Familie ausgewählt wurde und von der Fotografin Ilaria Magliocchetti Lombi aufgenommen wurde – eine der wenigen Fotografinnen, mit denen Bonino sich gerne ablichten ließ.
Auf dem Piazza del Campidoglio bildete sich rasch eine lange Schlange von Menschen, die Bonino die Würde erweisen wollten. Die Trauerkammer bleibt am Sonntag bis 19:00 Uhr geöffnet, am Montag, dem 14. September, von 10:00 bis 19:00 Uhr wieder geöffnet.
Il ricordo delle istituzioni, il programma della veglia e i funerali
Beim Verlassen des Saals der Protomoteca betonte Riccardo Magi das moralische Vermächtnis, das von der radikalen Politik hinterlassen wurde: „Viele Italienerinnen und Italiener unterschiedlicher Generationen und auch unterschiedlicher politischer Identitäten sahen in Emma Bonino ein Vorbild dafür, wie Politik sein sollte und wie man in Institutionen stehen sollte. Emma hat ihr Leben den Institutionen gewidmet und diese zu reformieren versucht, sie zwar auch heftig kritisch zu sehen, aber immer bestrebt, sie zu verbessern.“
Die Gedenkmomente werden am Montagabend, dem 14. September, fortgesetzt: Direkt nach der Schließung der Trauerkammer findet in der Piazza del Campidoglio eine Andacht zu Ehren Boninos statt, am Vorabend der Staatstrauerfeier, die am Dienstag, dem 15. September, abgehalten wird.
Zu der Veranstaltung wird eine breite Teilnahme aus Politik, Kultur und Bürgerrechten erwartet: Elly Schlein, Generalsekretärin der Demokratischen Partei; Angelo Bonelli, Co-Sprecher von Europa Verde; der ehemalige Rom-Bürgermeister Francesco Rutelli; außerdem Bruno Tabacci, Roberto Giachetti und Cécile Kyenge. Nicht fehlen werden Roberto Saviano, Kasia Smutniak sowie die Journalistinnen Francesca Fagnani, Serena Bortone und Concita De Gregorio.
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