Nach den jüngsten Sichtungen in Belgien und Dänemark wurden heute weitere Drohnen am Flughafen Landvetter bei Göteborg, der zweitgrößten Stadt Schwedens, gegen 18 Uhr heute, Donnerstag, dem 6. November, beobachtet.
Die schwedische Luftfahrtbehörde bestätigte dies und ordnete eine Unterbrechung des Flugverkehrs an. „Ich kann bestätigen, dass Drohnen in Landvetter beobachtet wurden. Derzeit liegt der Flugverkehr still“, sagte Björn Stavås von der Schwedischen Luftfahrtbehörde.
Zwei Flüge, einer aus München und einer aus Frankfurt, wurden nach Kopenhagen umgeleitet, während ein Abflug von Landvetter nach München gestrichen wurde. Mehrere Polizeistreifen befinden sich am Flughafen.
Belgien und Deutschland auf dem Weg zu neuen Drohnennormen: „Bei Bedarf abschießen“
Nur wenige Stunden zuvor hatte die belgische Regierung erste Maßnahmen beschlossen, um neuen Drohnenangriffen im nationalen Luftraum entgegenzuwirken, insbesondere über sensiblen Zielen wie Flughäfen und Militärbasen.
Der Verteidigungsminister Theo Francken bestätigte, dass bis zum 1. Januar 2026 ein nationales Zentrum zur Flugverkehrsüberwachung (NASC) in Betrieb gehen wird. In der Zwischenzeit hob Francken hervor, seien die operativen Anweisungen eindeutig: „Feindliche Drohnenfluggeräte werden, wann immer möglich, abgeschossen.“
Diese Entscheidungen folgten einem außerordentlichen Treffen des Nationalen Sicherheitsrates, das am Vormittag des 6. November einberufen wurde, infolge erheblicher Beeinträchtigungen des Flugverkehrs durch Drohnensichtungen über den Flughäfen Zaventem (Brüssel) und Lüttich sowie über mehrere Militärbasen.
Auch in Deutschland hat der Bundeskanzler Friedrich Merz in den letzten Stunden die erste Sitzung des neuen Nationalen Sicherheitsrates geleitet, der sich mit hybriden Bedrohungen aus Russland befasst. Der Plan umfasst Maßnahmen in den Bereichen Spionage und Schutz kritischer Infrastrukturen, erklärte der Sprecher Merz.
„Dies ist die Antwort der Regierung auf die Zunahme und Intensivierung hybrider Bedrohungen gegen Deutschland, insbesondere aus Russland“, hieß es. Auf regionaler Ebene wird in den kommenden Stunden zudem in einer Sitzung zwischen Vertretern der Bundesländer Norddeutschlands das Thema diskutiert, mit dem Ziel, sich in einer gemeinsamen Verteidigungsanstrengung zu engagieren.
Ziel ist es, gemeinsame Anti-Drohnen-Verteidigungsfähigkeiten zu entwickeln „im Lichte des landesweiten Anstiegs der Überflüge“, erklärten die Behörden aus Hamburg. Dies geschieht vor dem Hintergrund wiederholter Sichtungen verdächtiger Geräte am europäischen Luftraum und einer zunehmend häufigeren NATO-Präsenz.
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