Giornalismus in Italien in Trauer um Daniele Compatangelo, Korrespondent von La7 aus den USA. Er erlitt einen plötzlichen gesundheitlichen Notfall. Er war 50 Jahre alt. Compatangelo war auch der Verfasser des jüngsten und inzwischen berühmten Interviews mit Donald Trump, in dem der US-Präsident Giorgia Meloni nach der scheinbaren Versöhnung beim G7-Gipfel in Evian angreift, was in einem Selfie gipfelte. Trump hatte ihm von dem Foto gesprochen und berichtet, Meloni habe ihn angeblich „angefleht“.
„Wir sind bestürzt. Die gesamte La7-Familie steht seinen Angehörigen bei. Daniele war ein wertvoller und seltener Mitarbeiter, weil er immer berichten wollte, und zwar mit Präzision und Freude. Er war ein guter Journalist. Er wird fehlen“, sagt der La7-Chef Andrea Salerno.
„Zu sagen, dass ich erschüttert bin, trifft es kaum.“ David Parenzo, Moderator von „L’aria che tira“, spricht so über den Tod von Daniele Compatangelo. „Er war nicht nur ein großer Profi, sondern auch ein echter Freund. In unserem Beruf kann eine professionelle Beziehung sich in eine Freundschaft verwandeln, und bei Daniele war es genau so.“
Wer war Daniele Compatangelo
Daniele Compatangelo war 50 Jahre alt. Geboren in Savona, wuchs er in Turin auf, hatte in Rom gelebt, wohnte aber seit vielen Jahren in den Vereinigten Staaten. Er blickt auf eine 25 Jahre lange Karriere zurück, in denen er mit vielen Redaktionen zusammengearbeitet hatte, von Sky bis Il Secolo XIX, und er betreute PR-Abteilungen namhafter Institutionen. Insbesondere hatte er acht Auflagen der Olympischen Spiele begleitet, von Sydney 2000 bis London 2012.
Im Juni 2011 erhielt sein investigativer Dokumentarfilm The Los Angeles Breakdown die Ehrenauszeichnung bei den 53. Southern California Journalism Awards in Los Angeles. Seine Reportagen und Dokumentationen wurden von RSI, dem öffentlich-rechtlichen italienischsprachigen Fernsehen der Schweiz, von Rai und von Mediaset ausgestrahlt. Er war zeitweise Präsident der White House Foreign Correspondents Association (WHFCA), dem Verband der Korrespondentinnen und Korrespondenten, die sich mit der Politik der US-Regierung befassen.
Das Interview mit Trump
Compatangelo war ein bekanntes Gesicht beim La7-Publikum, doch mit dem letzten Interview mit Trump für die Sendung „L’aria che tira“ wurde er noch bekannter.
„Wie geht es Ihrer Ministerpräsidentin? Wie geht es ihr?“, hatte Trump Compatangelo gefragt, der ihn ihrerseits um eine Stellungnahme zu dem Gespräch mit Meloni am Rande des Evian-G7-Gipfels bat. „Wahrscheinlich ist sie froh, dass ich mit ihr gesprochen habe. Ich war nicht verpflichtet, mit ihr zu sprechen“, ergänzte Trump.