Der Wind reißt die Frau ins Meer, der Mann stürzt sich zur Rettung – beide sterben

11. August 2025

| Lukas Steinberger

Sie wurde von einer Böe erfasst und ins Meer geschleudert, er sprang ins Wasser, um sie zu retten, und wurde von denselben Wellen verschluckt: So starb ein Paar am Strand von Sarakiniko auf der griechischen Insel Milos. Die Frau, 64 Jahre alt, konnte sich nicht retten, und der Ehemann, 65, der verzweifelt versuchte, zu ihr zu gelangen, wurde ebenfalls von der Strömung mitgerissen.

Die beiden waren vietnamesische Touristen, die mit einer Gruppe von 16 Personen eine Kreuzfahrt unternahmen. Laut Behörde wurde die Tragödie durch extrem starke Winde verursacht, Böen bis zu 9 auf der Beaufort-Skala. Der Körper der Frau wurde von einem privaten Boot geborgen, während ein Taucher den Leichnam des Mannes fand und ans Ufer brachte. Beide wurden ins Gesundheitszentrum der Insel gebracht, wo der Tod festgestellt wurde.

Griechenland in Alarmbereitschaft wegen starker Winde

Das Ministerium für Zivilschutz meldete Böen von bis zu 88 Kilometern pro Stunde, vor allem im südlichen Ägäischen Meer und im Meer von Kreta. Der nationale Wetterdienst rechnet erst nach Mitternacht am Freitag mit einer Abschwächung des Phänomens, doch könnten sich die Bedingungen bis Sonntag fortsetzen.

Die Abfahrten von den Häfen Athen – Piräus, Lavrion und Rafina – Richtung Kykladen und Dodekanes wurden größtenteils gestrichen oder verschoben, wodurch Tausende von Touristen festsaßen. Die Verbindungen zu den Saronischen Inseln und zum Ionischen Meer bleiben regulär. Die Küstenwache hat Passagiere aufgefordert, nicht zu den Häfen zu gehen, um Staus zu vermeiden, und sich bei den Unternehmen nach neuen Abreisedaten zu erkundigen.

Behörden wiesen auch auf das sehr hohe Risiko von Waldbränden hin, die vom Wind angefacht werden könnten, insbesondere in den östlichen und südlichen Regionen. Am Donnerstag stürzte in Athen ein Baum auf eine der meistbefahrenen Straßen der Innenstadt und streifte mehrere Passanten.

Brände und Brandstiftungsgefahr

Freitag brach in einem Waldgebiet von Karavados ein Brand aus, wodurch 112 Personen evakuiert werden mussten. Rund 40 Feuerwehrleute sind mit den Löscharbeiten beschäftigt, und der Bürgermeister vermutet, der Brand könne vorsätzlich gelegt worden sein. Experten befürchten, dass die Winde die Situation verschlimmern und die Ausbreitung der Flammen begünstigen könnten.

Der Strand von Sarakiniko gehört zu den ikonischsten Landschaftsbildern der Ägäis, berühmt für die sommerlichen Vulkanfelsen, die durch Wind und Wellen über die Jahrhunderte geformt wurden. Der Kontrast zwischen den schneeweißen Klippen und dem türkisfarbenen Wasser macht ihn zu einem von Fotografen besonders geschätzten Reiseziel.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.