Ein ganz gewöhnlicher Sonntag, der ohne den Mut und die schnelle Handlungsbereitschaft zweier Passagiere in eine Tragödie hätte kippen können. Eine heldenhafte Geste, die es ermöglichte, rund 50 Menschen zu retten, die am vergangenen 16. August in einem Bus saßen, der nahe Bottnaryd auf der Staatsstraße 40 im Süden Schwedens gefährlich von der Fahrbahn abzurutschen drohte.
Der außer Kontrolle geratene Bus
Während der Fahrt verlor der Busfahrer plötzlich aufgrund eines gesundheitlichen Problems das Bewusstsein und sackte mit dem Fuß noch immer auf dem Gaspedal nach unten. Da der Wagen nun außer Kontrolle war und mit etwa 70 km/h fuhr, gerieten alle Insassen in Panik. An diesem Punkt trat Maria Hjelte, eine 63-jährige Passagierin, nach vorne auf das Armaturenbrett, um das Lenkrad zu greifen und auf verzweifelte Weise zu versuchen, den Bus auf Kurs zu halten. Zu ihrer Hilfe kam sofort Niranjan Nithyanandam, ein Ingenieur indischer Herkunft, der 2020 nach Schweden zum Studieren gekommen war und im Land geblieben ist.
Die Panik an Bord
Dem schwedischen Blatt The Local gegenüber schilderte der junge Mann die dramatischen Rettungsmomente: „Ich bemerkte eine Passagierin, die sich vom Sitz erhob; ich dachte, sie geht zur Toilette, doch dann rief sie, und ich sah, wie der Bus gegen die Leitplanke zu schlingern begann.“ Während an Bord alle nach Bremsung riefen, war das manuelle Eingreifen in die Pedale unmöglich. Der Fahrer, kräftig gebaut, blockierte das Gaspedal. Zudem zog der Bus aufgrund der empfindlichen Lenkung und der Notlage zunächst zu stark nach links, wodurch er die mittlere Barriere durchbrach, während die Autos in der Gegenrichtung vorbeirassten. Koordiniert, fast ohne zu sprechen, gelang es Maria, die Kursführung zu stabilisieren und den Bus wieder in seine eigene Spur zu bringen. Der Aufprall gegen die Leitplanke verlangsamte paradoxerweise die Fahrt des Fahrzeugs und verhinderte so eine Frontalkollision mit anderen Fahrzeugen.
Das Happy End
Unmittelbar danach, wie im von schwedischen Medien in den sozialen Netzwerken verbreiteten Film zu sehen ist, kam der Fahrer allmählich wieder zu Bewusstsein, bremste scharf ab und öffnete die Türen, um die Evakuierung zu ermöglichen. Der Fahrer wurde anschließend medizinisch untersucht ins Krankenhaus gebracht, während niemand der Passagiere schwere Verletzungen erlitt. „Ich war verängstigt, und ich habe nicht einmal den Führerschein – gestand Niranjan. Ich habe mich umgedreht, und niemand war da, ich brauchte, dass mir jemand sagt, was zu tun ist. Ich freue mich, dass am Ende Maria an meiner Seite war.“ Ein gemeinsamer Einsatz, der es ermöglichte, einen furchtbaren Unfall zu verhindern und das Leben von Dutzenden Reisenden zu retten.