Der belgische Luftverkehr ist erneut lahmgelegt worden aufgrund der Präsenz einer nicht identifizierten Drohne. Nach dem Sichtungsereignis wurde der Flughafen Liège geschlossen, berichtete am Freitagmorgen (7. November) ein Sprecher von Skeyes, der belgischen Behörde für Flugsicherung.
Die Betreibergesellschaft des Flughafens bestätigte, dass die Maßnahme seit 6:56 Uhr in Kraft ist. Die Drohne sei insbesondere in der Nähe der FedEx-Anlagen gesichtet worden, schreibt die belgische Zeitung Le Soir.
🚨 EILMELDUNG: Berichte deuten darauf hin, dass vor wenigen Augenblicken am Liège Flughafen eine Drohnensichtung erfolgte, die auch vorgestern über dem Flughafen flogen. Die Sichtung stört den Flugverkehr und wirft ernsthafte Bedenken auf. Mehrere Sichtungen wurden heute Abend in ganz Belgien gemeldet. pic.twitter.com/3JYS9YDjOc
— OSINTGlobal (@KJ_X23) November 6, 2025
Nach Angaben soll die Auswirkung dieser Unterbrechung bislang sehr begrenzt gewesen sein, doch beunruhigt ist die Häufigkeit, mit der ähnliche Sichtungen aufgetreten sind. In der vergangenen Woche waren Flüge zum und vom Flughafen Liège schon zweimal aus Sicherheitsgründen vorübergehend ausgesetzt worden, nachdem Drohnen gesichtet worden waren. Gleiches passierte auch am Flughafen Brüssel.
Die Krisensitzung und die Entscheidung: „Abschießen“
Gestern, nicht zufällig, hat die belgische Regierung eine Sicherheitsklausel abgehalten und erklärt, dass Russland „sehr wahrscheinlich“ verantwortlich sei für die Welle von Eindringen in den europäischen Luftraum seit Mitte September und dass die Politik darin bestehen werde, unbemannte Luftfahrzeuge – Drohnen – abzuschießen, „wo immer es möglich ist“.
Bevor die jüngsten Sichtungen an zivilen Flughäfen auftraten, untersuchten die belgischen Behörden bereits die Präsenz von Drohnen in mehreren Militärbasen am Wochenende des 1. und 2. November. Unter ihnen die Basis Kleine-Brogel nahe der Grenze zu den Niederlanden, auf der belgische F-16-Kampfflugzeuge stationiert sind und von der man sagt, dass US-Atomwaffen dort gelagert werden.
Belgien, nicht identifizierte Drohnen über der NATO-Basis Kleine-Brogel: „Könnte russische Spionage sein“
Der Verteidigungsminister: „Sie sind keine Amateure. Sie haben unsere Verteidigungssysteme getestet“
Der belgische Verteidigungsminister Theo Francken erklärte, dass die Vorfälle von Profis stammen. Bezüglich des Vorfalls über der NATO-Basis Kleine-Brogel meinte er, die Aktion erinnere an Spionageaktivitäten.
„Die Störsender funktionierten nicht, weil die Eindringlinge unsere Funkfrequenzen getestet und gewechselt haben. Ein Amateur wüsste nicht, wie man das anstellt.“ Laut dem Minister sei es zunächst zu einer elektronischen Aufklärung gekommen, durchgeführt mit kleinen Quadrokoptern, um zu testen, auf welche Wellenlängen die Verteidigungssysteme arbeiten. Danach seien größere Drohnen gestartet worden, die mittels unterschiedlicher Frequenzen gesteuert wurden und gegen Störung immun gewesen seien.
Das Problem des Abschusses von Drohnen und das in Italien gefertigte System
Neben der Abfangung ist auch der Abschuss oft problematisch. Drohnen sind sehr wendig, können dicht am Boden fliegen und klein sein. Daher ist ein gezieltes Beschießen häufig ineffektiv. Hinzu kommen die Kosten für Munition, die deutlich höher sind als die Herstellung der Drohnen selbst. Zu den derzeit wirkungsvollsten Systemen zählt das Skynex von Rheinmetall, das in Italien für die Ukraine produziert wird und von mehreren europäischen Ländern bestellt wurde, aber noch nicht geliefert ist.
Es handelt sich um ein automatisiertes Luftverteidigungssystem, das darauf ausgelegt ist, Bedrohungen in kurzer Reichweite wie Drohnen, Raketen, Artillerie und Mörsergranaten zu bekämpfen. Es besteht aus einem Leitrechner, einem Radar zur Überwachung und einer Schussanlage mit 35-Millimeter-Automatischen Geschützen.