Potenzielle Umweltkatastrophe in Deutschland. Mehr als 200.000 Liter Erdöl sind aus der Brandenburger Ölpipeline ausgetreten, nachdem gestern Abend, am Mittwoch, dem 10. Dezember, ein Vorfall an der Pumpstation Gramzow passierte. Vor Ort waren circa 100 Feuerwehrleute und 25 Mitarbeitende der PCK-Raffinerie, Eigentümerin der Pipeline, die mit Maßnahmen zur Unterbrechung des Flusses begannen. Zur Aufnahme des Öls kommen spezialisierte Saugfahrzeuge zum Einsatz.
Der Vorfall an der Ölpipeline
Wie Alexander Trenn, der Leiter der Feuerwehr Schwedt, mitteilte, trat das Rohöl aufgrund eines kleinen Lecks bei einem Druck von rund 20 bar an der Pumpstation aus. Laut Angaben des Unternehmens gibt es keinerlei Anzeichen, dass eine äußere Ursache vorliegt, doch nun gilt es vor allem die Umweltlage zu klären. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass in den Stunden vor dem Auslauf Bauarbeiten im Bereich der Pipeline im Gange waren. Für die Definition der Ursache und des Ausmaßes des Schadens sind weitere Abklärungen erforderlich: „Es gibt keinerlei Hinweise auf Sabotage – so der Sprecher der PCK. Es scheint, dass der Vorfall durch die vorbereitenden Arbeiten für einen am nächsten Tag geplanten SicherheitsTest verursacht wurde. In dieser Phase lässt sich eine absichtliche äußere Beeinflussung ausschließen.“
Die Raffinerie liegt nahe der polnischen Grenze und gehört Rosneft Deutschland, einer lokalen Tochter des russischen Ölkonzerns Rosneft, wird jedoch vom deutschen Staat treuhänderisch verwaltet. Die Uckermark, die Region des Landes, in der der Vorfall stattgefunden hat, ist auch der Ort, an dem die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgewachsen ist und sie oft dorthin zu Urlaubsaufenthalten zurückkehrt.
Possibile disastro ambientale
D nach der Absicherung des Areals werden die Behörden die Umweltauswirkungen beziffern. Der Albtraum bleibt eine potenzielle Umweltkatastrophe, auch wenn der Leiter der Feuerwehr eine Kontamination des Bodens und des Grundwassers ausgeschlossen hat: „Glücklicherweise waren die umliegenden landwirtschaftlichen Flächen nach dem Regen stark durchfeuchtet, wodurch das Öl, da leichter als Wasser, größtenteils an der Oberfläche bleibt und nicht tief in den Boden eindringt. Aus diesem Grund halten wir eine weitreichende Grundwasserkontamination zum jetzigen Zeitpunkt für unwahrscheinlich.“