„Meiner Meinung nach muss man durch Sanktionen gegen die gewalttätigsten Siedler vorgehen.“ Das hat Außenminister Antonio Tajani vor dem informellen EU-Außenministerrat gesagt. Am 30. August wird der Vorsitzende von Forza Italia an dem Treffen mit den europäischen Amtskollegen teilnehmen. Zu den Themen gehört der Vorschlag der Kommission zur Aussetzung der Horizon-Fördermittel für Israel. Rom scheint eine Achse mit Berlin bilden zu wollen.
Die Position Italiens
„Wir werden zur Debatte gehen; wir ziehen es vor, eher Sanktionen zu ergreifen. Wir reden darüber mit unseren Gesprächspartnern, insbesondere mit Deutschland“, sagte Tajani. Er fügte hinzu: „Ich glaube, es wird eine gemeinsame Position geben, Italien und Deutschland, zu diesem Thema.“ Um zu verstehen, welchen Weg die EU einschlagen wird, ob es einen gemeinsamen Nenner geben wird, muss man jedoch mindestens das Ende des informellen Rates in Kopenhagen abwarten.
Die Situation in Gaza
Unterdessen meldet das von Hamas verwaltete Gesundheitsministerium in Gaza, dass seit dem Morgengrauen in einer Reihe israelischer Angriffe im gesamten Gazastreifen mindestens 58 Palästinenser getötet wurden. Der Bericht spricht von 25 Todesfällen in der Gaza-Stadt und fünf in dem Gebiet von al‑Mawasi, das als eine „humanitäre Zone“ gilt, aber mehrfach getroffen wurde. Außerdem wurden mindestens neun Menschen, die auf Hilfe warteten, durch israelisches Feuer nahe dem Netzarim‑Korridor im Zentrum von Gaza getötet.
Genau heute hat die israelische Armee erklärt, dass Gaza-Stadt nun eine „gefährliche Kampfzone“ sei, und daher trotz der akuten Hungersnot im Gazastreifen keine humanitären Pausen mehr vorgesehen seien und der Hilfseinlass nicht mehr gestattet werde. Es ist lediglich der erste Akt der Operation „carri di Gedeone 2“, deren Ziel die Besetzung der gesamten Stadt Gaza ist.