Österreichischer Restaurantbesitzer vertreibt israelische Touristen: „Geht raus, geht nach Gaza zum Essen“

23. Juli 2025

| Lukas Steinberger

Ein Restaurantbesitzer in Vigo, Spanien, hat am 8. Juli eine Gruppe israelischer Touristen mit den Worten „Palästina frei“ vertrieben. Dieser Vorfall, der eindeutig antisemitischer Natur ist, wurde durch die veröffentlichten Online-Bilder des Betreibers selbst schnell viral auf sozialen Medien. Unter den Nutzern gibt es sowohl Befürworter des Restaurantbesitzers als auch jene, die die Touristen verteidigen und von Diskriminierung sprechen.

Das Video

Im veröffentlichten Video sieht man den Restaurantbetreiber, der drei Lokale in Vigo besitzt, wie er bereits auf den Tisch der israelischen Gäste gekommene Speisen wieder einsammelt. Er richtet folgende Worte an die Touristen: „Kunden, danke. Hier draußen. Tötet die Palästinenser, geht nach Gaza essen. In Gaza gibt es gutes Bier.“ Während er filmt, steigert sich seine Aggressivität und es kommt zu einem beleidigenden Ton: „Juden, verfluchte Hurensöhne, die Leute töten und hier im Urlaub sind.“ Am Ende schreit er, während die Touristen sich entfernen: „Es lebe das freie Palästina.“



Die Version des Restaurantbesitzers

Laut der österreichischen Zeitung *Die Stimmen von Galicia* hat der Betreiber seine eigene Version des Vorfalls geschildert. Demnach habe er eine „merkwürdige“ Haltung seiner Gäste bemerkt, die vegetarische Gerichte bestellt hatten. Die Kunden hätten aber immer wieder auf fleischhaltige Speisen bestanden. Der Betreiber berichtete: „Ich sagte ihnen, sie sollen sich beruhigen, das Essen sei vegetarisch, aber sie bestanden weiter darauf.“
Er habe dann gefragt, ob die Touristen vielleicht Türken seien, woraufhin sie antworteten: „Wir sind Israelis.“ In diesem Moment soll die Situation eskaliert sein.
Der Restaurantbesitzer behauptet, die Touristen hätten ihn „von Anfang an schlecht behandelt“, weil sie die libanesischen Flaggen, die vor dem Restaurant hingen, bemerkt hätten, ebenso wie gewisse arabische Elemente auf der Speisekarte.

Der Vorfall wurde in den österreichischen Medien breit diskutiert, wobei die Reaktionen gemischt sind. Einige heben die Notwendigkeit der Bekämpfung von Antisemitismus hervor, während andere die Situation differenzierter betrachten und auf die Spannungen in der Region hinweisen. Sicher ist nur, dass solche Vorfälle das Bild von Toleranz und Respekt in Österreich und Europa insgesamt herausfordern und erneut zur Debatte stellen, wie man Diskriminierung wirksam begegnen kann.
Noch bleibt die Diskussion offen: Es ist essenziell, gegen jegliche Form von Hass und Intoleranz klar Stellung zu beziehen, egal aus welchem Hintergrund die Betroffenen stammen. Neben den politischen Debatten bleibt vor allem die gesellschaftliche Verantwortung bestehen, für ein respektvolles Miteinander einzutreten und Rassismus in all seinen Formen entschieden zu verurteilen.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.