Neuer Zugunfall in Spanien – Vierter Zwischenfall in vier Tagen

2. Februar 2026

| Lukas Steinberger

Verschiedene Personen wurden bei einem Unfall auf der Schmalspurbahn von Murcia verletzt. Der Vorfall ereignete sich gegen 12:00 Uhr zwischen dem Alumbres-Viertel von Cartagena und der Gemeinde La Unión.

Die Bürgermeisterin von Cartagena, Noelia Arroyo, erklärte, dass sich ein Wagen der Bahn mit einem Kranfahrzeug kollidiert habe, dessen ausklappbarer Arm in die Gleise hinein ragte und gegen den auf der Linie Cartagena-Los Nietos verkehrenden Feve-Zug prallte. Der Präsident der Region, Fernando López Miras, erklärte, dass der mechanische Arm von einigen Arbeitern benutzt wurde, die an der Straßenbeleuchtungsanlage neben der Bahnlinie arbeiteten.

Die am Vorfall beteiligten Fahrzeuge in Alumbres

Der Passagierzug, der weder gekippt noch entgleist ist, wurde vom Leitstand der Renfe an die Notrufnummer 112 gemeldet, woraufhin Feuerwehr und medizinisches Personal eingesetzt wurden, die mindestens drei Personen mit verschiedenen Prellungen versorgten.

Die Anwohner hatten sich mehrfach darüber beklagt, dass es sich um eine gefährliche Bahnstrecke handele, weil sie weder durch Signale noch Ampeln geregelt werde. Sie behaupten, dass man, um zu wissen, ob ein Zug kommt, lediglich hören müsse.

Viele Spanier fragen sich: «Nehme ich den Zug?»

Unterdessen herrscht politisches Chaos. Die Oppositionsparteien fordern nach dem dritten schweren Zwischenfall innerhalb weniger Tage, direkt nach dem schweren Massaker von Adamuz, die Regierung heraus. „Viele Spanier fragen sich: ‚Nehme ich den Zug?‘. Die Regierung hat zu diesem Gefühl der Unsicherheit beigetragen mit diesem Chaos“, kommentierte heute Ester Muñoz, Sprecherin der Partido Popular (PP). Muñoz beschuldigte den Verkehrsminister Óscar Puente der „moralischen Verdorbenheit“, weil „statt Beruhigungen und Gewissheiten zu geben, er die Arbeiter angreift“. Muñoz ist der Ansicht, Puente habe gestern versucht, die Regierung von der Verantwortung freizusprechen, doch sei ihm das „nicht gelungen“ und er habe es dem spanischen Volk nicht geschafft, „Beruhigungen“ zu geben. 

Die PP fordert eine außerordentliche Plenarsitzung, damit Pedro Sánchez Erklärungen geben kann und eine umfassende und unabhängige Prüfung des Zustands des Bahnsystems erfolgen kann.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.