Nein, Musik besteht nicht nur aus Noten und Gefühlen. Sondern auch aus Geld. Oft nur wenig (denken wir an die zahlreichen aufstrebenden Sängerinnen und Sänger, die kaum etwas verdienen). Manchmal jedoch viel. Und wenn man von großen Namen wie Vasco Rossi, Ultimo oder Fedez spricht, versteht sich von selbst, dass die Zahlen gigantisch sind.
Das belegen die Bilanzen, die bei Handelskammern eingereicht wurden und von Fosca Bincher auf Open berichtet werden (bezogen auf das Jahr 2025). Zwischen ausverkauften Stadien durch den Rocker und der Diversifizierung der Investitionen von Fedez zeigen die Unterlagen die Auswirkungen der Produktionskosten und der steuerlichen Vorteile. Ein Bild, in dem Ultimos Fähigkeit, Rekordgewinne zu erzielen, belegt, dass die realen Einnahmen deutlich komplexeren Logiken folgen als nur der Kassenertrag am Ticket-Schalter.
Ultimo: die Vorherrschaft der Profitabilität (und die Hilfe der Regierung Meloni)
Niccolò Moriconi, künstlerisch Ultimo, beendet 2025 als das goldene Jahr seiner unternehmerischen Laufbahn und etabliert sich als der eigentliche Gewinner auf dem Profitabilitäts-Feld. Durch Ultimo Entertainment — zu 90% im Besitz des römischen Songwriters und beteiligt von den Brüdern Lorenzo und Valerio, letzterer an der wirtschaftlichen Leitung — hat das Unternehmen einen Rekordwert in der Produktion von 10,1 Millionen Euro erzielt, ein deutlicher Zuwachs gegenüber 7,653 Millionen im Vorjahr.
Für die finanzielle Performance sorgt eine besonders effiziente Organisationsstruktur. Im Konto erscheinen zudem ein staatlicher Beitrag von über 31.000 Euro, ausgezahlt vom Kulturministerium als steuerlicher Musik-Kredit, und die Festanstellung von zwei unbefristeten Mitarbeitern, begünstigt durch die von der Regierung Meloni geförderten Steuererleichterungen bei Einstellungen.
Die Kostendisziplin im Management hat Ultimo an die Spitze der operativen Marge gebracht, mit einem Nettogewinn von 3,3 Millionen Euro, stark gestiegen gegenüber 2,4 Millionen im Vorjahr. Eine hervorragende Bilanz, die zudem die Einnahmen des Großkonzerts am 4. Juli in Tor Vergata in Höhe von 250.000 Zuschauern nicht berücksichtigt, dessen außerordentliche Erlöse größtenteils in die Bilanz 2026 infließen werden.
Crollo Renato Zero (ma c’è un motivo)
Ein diametral anderes, jedoch strategisch geplantes Muster kennzeichnet die Unternehmensbahn von Renato Zero. Als unbestrittener Branchenführer im Jahr 2024 mit einem Umsatz jenseits von 17,8 Millionen Euro verzeichnete der Römer-Künstler 2025 eine markante Abnahme der Geschäftszahlen. Die Firma Tattica srl schloss das Geschäftsjahr mit einem Umsatz von etwas mehr als 690.000 Euro und einem Fehlbetrag von rund 419.000 Euro ab.
Keine finanzielle Alarmlage jedoch: Der Rückgang ist die natürliche Folge einer geplanten Pause großer Bühnen, die vollständig im Studio verbracht wurde, um das Album „L’Ora Zero“ zu schreiben und aufzunehmen, das im Oktober letzten Jahres veröffentlicht wurde. Um die volle Stabilität des Unternehmens zu gewährleisten, liegt die flüssige Mittelbestände bei über 11 Millionen Euro.
Darüber hinaus weisen die Bilanzen des nahen Zukunft bereits eine klare Wende an der Spitze aus: Unter den Bilanzpositionen befinden sich mehr als 9,4 Millionen Euro aus dem Vorverkauf des Tours 2026, derzeit als Anzahlungen verbucht und sollen sich in reale Umsätze verwandeln, sobald die Konzerte stattfinden.

Die Zahlen von Vasco Rossi und Fedez
Wendet man den Blick auf die Liste der Bruttoeinnahmen, bleibt die Spitze bei Vasco Rossi, dicht gefolgt von Fedez. Der Rocker aus Zocca setzt seinen Betrieb fort und erzielt weiterhin außerordentliche Umsätze über die S.r.l. Giamaica, geführt von der Managerin Daniela Fregni und mit der Ehefrau Laura Schmidt im Verwaltungsrat. Das Unternehmen kontrolliert vier Immobiliengesellschaften zwischen Los Angeles und Miami (alle im Jahr 2025 in Verlust, ohne Ausschüttungen), hielt den Umsatz im Wesentlichen stabil oberhalb von 12,8 Millionen Euro.
Angetrieben wurde die Maschinerie von dem Erfolg der Tour „Vasco 2025“, die 610.000 Besucher und 12 ausverkaufte Stadiumdaten verzeichnen konnte. Trotz der enormen Einnahmen sank der Nettogewinn von über 2,3 Millionen auf knapp unter 1,9 Millionen Euro, während das Eigenkapital insgesamt über 23 Millionen Euro betrug und größtenteils an die Anteilseigner ausschüttbar ist.

Am direkten Nachbar von Blasco positioniert sich das Unternehmensgefüge, das von Federico Leonardo Lucia, besser bekannt als Fedez, geprägt wird. Das Rapper-Geschäft basiert auf drei eigenständigen Gesellschaften, betreut von den Eltern Annamaria Berinzaghi und Franco Lucia: der Holding Zedef, der operativen Dachgesellschaft Doom und einer kleinen Firma, die Autos für Drehs und Werbeproduktionen vermietet. Das Unternehmenskonglomerat erzielte rund 11,8 Millionen Euro Umsatz, umgerechnet in über 2,5 Millionen Euro Nettogewinn.
Im Vermögensbericht der Holding fällt jedoch eine Reduktion der finanziellen Rücklagen auf, die innerhalb von zwölf Monaten um mehr als 4 Millionen Euro sank; hinzu kommt ein Hypothekendarlehen von ca. 1,9 Millionen Euro mit Fälligkeit 2039. Eine Struktur, die kürzlich durch die Fusion von Zdf in Doom und die Abwicklung der Happy Seltz (die um das Projekt des Getränks Boem entstandene Gesellschaft, die unter die Kontrolle von Leonardo Maria Del Vecchio wechselte) vereinfacht wurde.
Trotz allem zeigt sich: Vasco führt das Feld bei den Einnahmen an, während Ultimo als König der „Utili“ gilt. Fedez schließt gut ab, Renato Zero aber hatte offensichtlich schon vorgesorgt.
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