Im Sommer dringen Insekten unweigerlich in unsere Häuser ein, doch manche davon empfinden wir deutlich lästiger als andere – zum Beispiel Ameisen, die oft die Küche heimsuchen. Wenn du verschiedene Lösungen ausprobiert hast, sie zu vertreiben, aber nichts half, weil die Insekten immer wieder auftauchen, haben wir eine Alternative entdeckt, die vielversprechend wirksam und völlig natürlich ist: Die Diatomeenerde. Werfe einen Blick darauf, woher sie kommt und wie man sie zuhause sicher anwendet.
Was ist Diatomeenerde?
Diatomeenerde, auch Kieselgur genannt, stammt von Kieselalgen – genauer gesagt von der Fossilisation der einzelligen Algen, die Diatomeen heißen. Diese Organismen leben sowohl in Süß- als auch in Salzwasser und besitzen eine äußere Schale aus Siliziumdioxid. Nachdem die Diatomen gestorben sind, lagern sie sich am Grund von Seen oder Meeren ab und bilden eine Sedimentschicht. Die größten Lagerstätten befinden sich in den USA, Australien, China, Peru und einigen europäischen Ländern. Die Entdeckung erfolgte im 19. Jahrhundert und zog die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern aufgrund ihrer chemischen und biologischen Eigenschaften auf sich. Es gibt tatsächlich zwei Arten von Diatomeenerde: eine essbare Variante, die als Nahrungsergänzung verwendet wird und sich hervorragend für das Wohlbefinden von Tieren eignet, und eine andere, die für landwirtschaftliche und industrielle Zwecke verwendet wird, vor allem als natürliches Insektizid. Das Sediment, das aus dem Meeresgrund gewonnen wird, muss getrocknet und anschließend zu Pulver gemahlen werden. Das daraus resultierende Pulver ist abrasiv; die scharfen Partikel schädigen das Exoskelett der Insekten und führen zu Wasserverlust, der das Insekt durch Austrocknung sterben lässt.
Gegen welche Insekten wirkt Diatomeenerde?
Aufgrund ihrer natürlichen Wirkung und Zusammensetzung wirkt Diatomeenerde nicht nur gegen Ameisen, sondern auch gegen weitere Schädlinge wie Kakerlaken, Bettwanzen, Flöhe, Zecken, Silberfischchen und Blattläuse. Auf landwirtschaftlicher Ebene wird sie hauptsächlich gegen Larven und Schnecken eingesetzt. Sie ist allerdings weniger wirksam gegen fliegende Insekten, besitzt aber dennoch eine hohe abschreckende Wirkung.
Wie viel Diatomeenerde und welche Sorte verwenden?
Wie wir gesehen haben, ist Diatomeenerde ein natürliches Produkt und kann daher bei Bedarf jederzeit angewendet werden. Konkret in Bereichen, in denen Ameisen auftreten, sollte man nicht mehr als 20 Gramm pro Quadratmeter verstreuen und etwa 48 Stunden einwirken lassen, bevor man alles entfernt. Im Freien erhöhen sich die Dosierung und die Anwendung, da Faktoren wie Feuchtigkeit und Wind das Produkt verstreuen könnten.
Die Verteilung der Diatomeenerde ist sehr einfach, aber damit sie so effektiv wie möglich wirkt, sollte man einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Zunächst muss der Verteilungsbereich gut trocken sein, andernfalls wirkt die abrasive Wirkung nicht. Bei Ameisen sind die kritischen Stellen der Sockelbereich, Spalten, Risse und hinter Möbeln, deshalb wird das Pulver genau in diese Zonen verteilt und eine dünne Schicht aufgebaut. Man lässt es ca. zwei Tage einwirken und entfernt es anschließend mit dem Staubsauger; bald darauf werden die Ameisen nicht mehr im Haus zu finden sein.