Ein neuer Bonus auf den Energierechnungen für fast vier Millionen Familien steht in Aussicht, doch man muss bis 2028 warten. Er gehört zu den wichtigsten Maßnahmen des Sozialplans Klima, den die Regierung ausgearbeitet hat, um die Auswirkungen des ETS2 auf Familien abzumildern – dem neuen europäischen System, das CO2-Emissionen auch auf Brennstoffe, die in Gebäuden und im Straßentransport verwendet werden, belasten wird.
Umweltminister Gilberto Pichetto Fratin hat dem Parlament neue Details gegeben. Der Bonus „Energie Plus Sozial“ wird eine Gesamtmittelzufuhr von 1,34 Milliarden Euro zwischen 2028 und 2031 haben und richtet sich an Haushalte mit einem ISEE von höchstens 25.000 Euro. Die staatlich geschätzte Empfängerschaft beläuft sich auf rund vier Millionen Familien pro Jahr.
Wie der Energie-Bonus Energie Plus funktionieren wird
Es dürfte nicht erforderlich sein, an einem Click-Day teilzunehmen oder einen speziellen Antrag zu stellen. Der im Plan vorgesehene Mechanismus ähnelt dem aktuellen Sozialbonus: Der Vorteil sollte automatisch auf der Stromrechnung erscheinen, in Form einer Tariferduzierung, für diejenigen, die die Voraussetzungen erfüllen.
Der Betrag wird jedoch nicht für alle gleich sein. Der Plan sieht vor, dass die Unterstützung unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage, der Klimazone, in der die Familie lebt, und der tatsächlichen Belastung durch die höheren Kosten infolge des ETS2 differenziert wird. In kälteren Regionen, in denen der Heizbedarf höher ist, könnte die Auswirkung des neuen CO2-Preises tatsächlich stärker ausfallen.
Wie die massive Energieabgabe zukünftig funktionieren wird
Die Gesamtsumme ermöglicht dennoch, die Größenordnung des Eingriffs zu verstehen. Teilt man 1,34 Milliarden Euro durch vier Millionen Familien und durch die vier Jahre der Anwendung, ergibt sich rein theoretisch ein durchschnittlicher Betrag von etwa 84 Euro pro Haushalt pro Jahr. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Bonus tatsächlich 84 Euro beträgt: Einige Begünstigte könnten mehr erhalten, andere weniger, abhängig von den festgelegten Kriterien.
Noch 95 Millionen für leistungsstärkere Zähler
Im Plan gibt es außerdem eine deutlich unauffälligere, aber praktisch entscheidende Maßnahme: Die Regierung stellt zwischen 2027 und 2032 95,2 Millionen Euro bereit, um die verfügbare Leistung der elektrischen Zähler von schutzbedürftigen Haushalten zu erhöhen. Ziel ist es, etwa 865.000 Haushalte zu erreichen, wobei Zuschüsse bis zu 100% der erstattungsfähigen Kosten für die Erhöhung der Zählerleistung und für einige technische Anpassungen der häuslichen Anlage abdecken können.
Der Grund ist einfach. Die klassische italienische Haushaltsversorgung mit 3 kW könnte unzureichend werden, wenn im selben Haushalt Gas durch elektrische Geräte ersetzt wird: Wärmepumpe zum Heizen, Induktionskochfeld zum Kochen, elektrischer Boiler, Klimaanlagen und vielleicht ein Elektroauto zum Aufladen.
Diese 95 Millionen stellen daher keinen Bonus dar, um direkt eine Wärmepumpe oder ein Induktionskochfeld zu kaufen. Sie dienen dazu, eines der Hindernisse bei der Elektrifizierung zu beseitigen: die Kosten, die notwendig sind, um die Zählerleistung zu erhöhen und bei Bedarf die elektrische Anlage anzupassen.
Ein Plan von über 9 Milliarden gegen die neue CO2-Abgabe
Diese beiden Maßnahmen gehören zu einem deutlich größeren Paket. Der italienische Sozialplan Klima mobilisiert insgesamt rund 9,35 Milliarden Euro, davon etwa 7 Milliarden aus dem Europäischen Sozialfonds für Klima und über 2,3 Milliarden als nationale Kofinanzierung.
Mehr als 3,2 Milliarden werden in die energetische Sanierung des öffentlichen Wohnungsbaus und von Immobilien kleiner, vulnerabler Unternehmen investiert. Weitere rund 4,6 Milliarden betreffen stattdessen die nachhaltige Mobilität, vom Ausbau des öffentlichen Verkehrs bis zu dem neuen „Mobilitätskonto“.
Der Grund, warum der neue Energiebonus erst 2028 starten wird, hängt direkt mit dem ETS2 zusammen. Ab diesem Jahr wird das europäische Emissionshandelssystem auch auf Brennstoffe angewendet, die zum Heizen von Gebäuden und für den Straßentransport genutzt werden. Die CO2-Kosten werden nicht formell vom einzelnen Autofahrer oder Haushalt getragen, sondern von den Brennstofflieferanten, mit dem Risiko, dass sie zumindest teilweise auf Benzin-, Diesel- und Heizkosten weitergegeben werden.
Und genau diese Erhöhung hat Brüssel vorgesehen, zumindest für die verwundbarsten Familien, über den Sozialfonds für das Klima auszugleichen. Der italienische Plan ist jedoch noch nicht endgültig in Betrieb. Nach der Zustimmung des Ministerrates vom 4. August wurde das Dokument der Europäischen Kommission am 6. August übermittelt. Erst nach dem Abschluss der Verhandlungen mit Brüssel und den folgenden Umsetzungsvorschriften werden Details zu Beträgen, Zugangsvoraussetzungen und Modalitäten für die einzelnen Vergünstigungen festgelegt.