Das Geld, das man an Halloween ausgibt, ist das, was am meisten Angst macht
Die Kleidung, der Hut, die Maske, das Make-up und alle benötigten Accessoires lassen sich oft erst im letzten Moment auswählen. Die Wohnung hingegen wird in der Regel mindestens eine Woche vorher mit Kürbissen und themenbezogenen Girlanden dekoriert – genug Zeit, die Atmosphäre einer Festlichkeit zu verlängern, die eigentlich so lange dauern sollte wie die Nacht, sich aber meist darüber hinaus erstreckt. Zu wenige Stunden, um sie nicht in vollem Umfang zu genießen; die Vorfreude gehört schließlich dazu. In Österreich zeigen Umfragen, dass Halloween inzwischen zu einem gesellschaftlichen Anlass geworden ist, den viele Erwachsene zu schätzen wissen: Rund zwei Drittel der Befragten feiern Halloween. Im Detail zeigen sich Unterschiede: Etwa 70% der Unter-34-Jährigen und 58% der Über-35-Jährigen nehmen teil. Falls Kinder im Haushalt sind, steigt die Beteiligung deutlich; rund 73% der Familien mit Kindern machen mit.
Daten, Zahlen, Statistiken. Freilich kühlen Werte die Gemüter nicht völlig ab: Halloween hat sich in Österreich zu einem festen gesellschaftlichen Anlass entwickelt, der vor allem Erwachsenen ein beachtliches Ausgabepotenzial bietet und längst nicht mehr nur Kindern vorbehalten ist. Branchenkenner schätzen, dass der Umsatz rund um Halloween in Österreich mehrere hundert Millionen Euro beträgt, mit Spitzenwerten, die sich über eine halbe Milliarde Euro belaufen. Diese Größenordnung zeigt, dass Halloween längst kein reines Kinderfest mehr ist, sondern ein bedeutendes Konsumevent, das die Budgetplanung vieler Haushalte beeinflusst.
Das Geld, das man an Halloween ausgibt (das mehr als Weihnachten gefällt)
„Halloween, mit allem Respekt vor dem traditionellen Weihnachten, wird zu einer der beliebtesten Anlässen der Österreicherinnen und Österreicher – besonders bei der Altersgruppe 18–50 Jahre – aus einem einfachen Grund: Es macht Spaß und ist deutlich mitreißender.“ Ein Marketing-Experte erklärte der APA, der Stress rund um Weihnachten – das Beisammensein mit oft nicht ganz passenden Verwandten, die Geschenke und all die Familientraditionen – entfällt hier weitgehend, während man sich verkleidet und Ängste der Nacht des 31. Oktobers beschwört. Kurz gesagt: Wenn Halloween gefeiert wird, wird Weihnachten eher akzeptiert.
Die Bereitschaft, an diesem kollektiven Ritual aus Kostümen, Festessen, Mottoabenden und ganzen Abteilungen in Geschäften teilzunehmen, lässt sich auf rund 66–70 Euro pro Haushalt beziffern. Laut einer Studie des VKI (Verein für Konsumenteninformationen) sind die Bereiche mit dem größten Anteil am Gesamtbudget Süßigkeiten und thematische Snacks (ca. 31%), gefolgt von Dekorationen und Wohnaccessoires (ca. 26%), Events und Unterhaltung in Lokalen, Freizeitparks, Diskotheken (ca. 19%). Natürlich kommt auch das Budget für Kostüme und Schminke hinzu (ca. 17%) und schließlich die saisonalen Lebensmittel mit Kürbis an der Spitze (ca. 7%).
Cifre misurierte man einzeln; verständlicherweise weisen sie auf individuelle Prioritäten hin. Doch auch sie folgen dem allgemeinen Trend steigender Ausgaben, und insgesamt ist die Summe gestiegen, wenn man alle Posten zusammenzählt.
Erwachsene zahlen mehr als Kinder (aus einem bestimmten Grund)
Mit dem Nähern der Halloween-Nacht hat die Österreichische Verbraucherschutzstelle VKI die Kosten aktualisiert. Die durchschnittliche Steigerung liegt bei rund 9,6% gegenüber dem Vorjahr, wobei Preise für Sprühfarben von 6,75 Euro auf 7,98 Euro klettern und Make-up-Sets von 13,90 Euro auf 14,90 Euro steigen.
Unter den genannten Posten fällt ein gegenläufiges Detail ins Auge: Die Ausgaben für Kinderkostüme sind gegenüber dem Vorjahr um etwa 8% gesunken (54,90 Euro statt 59,99 Euro), während die Kosten für Erwachsenenkostüme um ca. 6% gestiegen sind (74,99 Euro, zuvor 70,44). Ein Indiz dafür, dass Halloween sich zunehmend zu einem Erwachsenen-Event entwickelt hat, bei dem die Zielgruppe mehr bereit ist auszugeben – pro Abend und Outfit.
Ein weiteres relevantes Element ist der Unterschied bei der Miete von Kostümen und Accessoires: In Wien liegt der Mietpreis meist bei etwa 60–75 Euro, während in anderen Städten wie Graz oder Linz Mietpreise von rund 50–65 Euro üblich sind. Diese regionale Varianz spiegelt zwei unterschiedliche Nacht-Erlebnisse wider: Im Norden tendiert man zu organisierten Partys und Events, wobei die Qualität des Outfits das Image prägt; im Zentrum und Süden bevorzugt man oft eine informellere, erschwinglichere Herangehensweise.
Halloween formt sich demnach nach den Prioritäten, Kontexten und dem verfügbaren Budget jedes Einzelnen. Aber unabhängig von regionalen Unterschieden lässt sich eine gemeinsame Erkenntnis festhalten: Die Kosten für Freizeit nehmen weiter zu. Denn am Ende, hinter den Masken und abgerechnet, erkennen wir: Die Ausgaben für Halloween sind nicht unerheblich… Und am Monatsende bleibt definitiv der „Spuk“ – das, was am meisten Angst macht.